Geschäftsbericht 2017

Bericht des Prüfungsausschusses

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

als Vorsitzender des Prüfungsausschusses freue ich mich, Ihnen die Aufgabe und Tätigkeit dieses Gremiums im Geschäftsjahr 2017 vorzustellen.

Verantwortung

Auf der Grundlage der gesetzlichen Vorschriften, des Deutschen Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse behandelt der Prüfungsausschuss insbesondere Fragen der Rechnungslegung, der Finanzberichterstattung sowie der nichtfinanziellen Berichterstattung. Darüber hinaus befasst er sich mit der Abschlussprüfung und überprüft die Qualifikation sowie die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Ferner erörtert er die Wirksamkeit und die Funktionsfähigkeit des Risikoma­nagementsystems, des internen Kontrollsystems, des internen Revisionssystems sowie des Compliance Management Systems. Nach Bestellung des Abschlussprüfers durch die Hauptversammlung beauftragt der Prüfungsausschuss den Prüfer mit der Abschlussprüfung und mit der prüferischen Durchsicht von Zwischenfinanzberichten, legt die Prüfungsschwerpunkte fest und trifft die Honorarvereinbarung mit dem Prüfer.

Paritätische Besetzung

Im Geschäftsjahr 2017 waren auf der Seite der Anteilseigner Dr. Clemens Börsig als Vorsitzender und Joe Kaeser im Prüfungs­ausschuss vertreten. Beide sind unabhängig und verfügen über Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung und besondere Kenntnisse und Erfahrungen in Bezug auf die Abschluss­­prüfung und in der Anwendung interner Kontroll­verfahren. Die Arbeitnehmer wurden im abgelaufenen Geschäfts­jahr durch Michael Brecht als stellvertretenden Vor­sitzenden und durch Ergun Lümali repräsentiert.

Sitzungen und Teilnehmer

Der Prüfungsausschuss tagte sechs Mal im Geschäftsjahr 2017. An allen Sitzungen nahm der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dr. Manfred Bischoff, als ständiger Gast teil. Weitere ständige Teilnehmer waren der Vorstandsvorsitzende, die für Finanzen und Controlling sowie für Integrität und Recht zuständigen Vorstandsmitglieder sowie die Vertreter des Abschlussprüfers. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten informierten auch die Leiter von Fachabteilungen wie beispielsweise der Bereiche Rechnungs­wesen, Interne Revision, Group Compliance und der Rechtsabteilung.

Zusätzlich führte der Prüfungsausschussvorsitzende regelmäßig Einzelgespräche, unter anderem mit dem Abschlussprüfer, mit den für Finanzen und Controlling beziehungsweise Integrität und Recht zuständigen Vorstandsmitgliedern, dem Leiter der Internen Revision sowie bei Bedarf mit weiteren Leitern der entsprechenden Fachabteilungen. Entsprechende Einzelgespräche wurden insbesondere zur Vorbereitung der anstehenden Sitzungen des Ausschusses geführt.

Information an den Aufsichtsrat

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses informierte den Aufsichtsrat in dessen jeweils folgender Sitzung über die Tätigkeit des Ausschusses und den Inhalt von Sitzungen und Gesprächen.

Themen im Jahr 2017

In der Sitzung am 1. Februar 2017 behandelte der Prüfungs­ausschuss die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzernabschlusses 2016 sowie den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands. Nach sorgfältiger Prüfung nahm der Ausschuss die präsentierten Zahlen zustimmend zur Kenntnis, stellte fest, dass keine Einwände gegen die vorgeschlagene Veröffentlichung bestehen, und empfahl dem im Anschluss tagenden Aufsichtsrat, sich dieser Einschätzung anzuschließen. Die vorläufigen Kennzahlen und der Gewinnverwendungsvorschlag wurden in der Jahrespressekonferenz am 2. Februar 2017 veröffentlicht.

In einer weiteren Sitzung am 10. Februar 2017 prüfte und erörterte der Ausschuss eingehend den jeweils mit einem unein­geschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers versehenen Jahresabschluss, Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2016 sowie den Gewinnverwendungs­vorschlag. Dabei berichteten die Vertreter des Abschlussprüfers über die Ergebnisse der Prüfung und standen für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Die Prüfungsberichte zum Jahres- und Konzernabschluss und zum Internal Control System (ICS), der Bericht zum Risikomanagementsystem (RMS) für das Jahr 2016, der Geschäftsbericht für 2016 sowie wesentliche Vorgänge hinsichtlich der Rechnungslegung wurden gemeinsam mit dem Abschlussprüfer erörtert. Der Prüfungsausschuss empfahl dem Aufsichtsrat nach intensiver Prüfung und Erörterung, die aufgestellten Abschlüsse, den zusammengefassten Lagebericht und den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands zur Zahlung einer Dividende von 3,25  € je dividendenberechtigter Stückaktie zu billigen. Der Prüfungsausschuss verabschiedete ferner den Bericht des Prüfungsausschusses über das Geschäftsjahr 2016.

Darüber hinaus behandelte der Ausschuss in dieser Sitzung den Bericht über die im Geschäftsjahr 2016 an den Abschlussprüfer insgesamt für Prüfungsleistungen und Nicht-Prüfungsleistungen gezahlten Honorare. Der Prüfungsausschuss beschloss zudem die an den Aufsichtsrat beziehungsweise im weiteren Verlauf an die Hauptversammlung gerichtete Empfehlung, die KPMG als Abschlussprüfer und Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten für das Geschäftsjahr 2017 sowie zum Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten für das Geschäftsjahr 2018 im Zeitraum bis zur ordentlichen Hauptversammlung im Geschäftsjahr 2018 zu bestellen. Dabei wurden die Erörterung der Qualität der Abschluss­prüfung und die Ergebnisse der Unabhängigkeitsprüfung berücksichtigt, bei der keine Anhaltspunkte für Befangenheitsgründe oder für eine Gefährdung der Unabhängigkeit festgestellt worden waren. Vorbehaltlich der Wahlentscheidung der Hauptversamm­lung erörterte der Ausschuss auch den Vorschlag für die mit dem Prüfer für das Geschäftsjahr 2017 zu treffende Honorarvereinbarung. Schließlich befasste sich der Prüfungsausschuss im Rahmen seiner Zuständigkeit mit dem Entwurf der Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung 2017 und mit dem Jahresprüfplan 2017 der Internen Revision.

Im Jahresverlauf 2017 erörterte der Prüfungsausschuss in den quartalsbezogenen Sitzungen mit dem Vorstand und mit dem zum Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten bestellten Abschlussprüfer die Zwischenfinanz­berichte vor deren Veröffentlichung. Darüber hinaus nahm der Ausschuss die Berichte der Bereiche Interne Revision, Group Com­pliance und der Rechtsabteilung entgegen. In diesem Zusammen­hang berichtete der Vorstand dem Ausschuss regelmäßig über den aktuellen Stand der wesentlichen rechtlichen Verfahren, insbesondere auch den Anfragen, Ermittlungen, Untersuchungen und Verfahren im Zusammenhang mit dem Thema Dieselabgasemissionen. Außerdem ließ sich der Prüfungsausschuss über mögliche Regelverstöße berichten, die Mitarbeiter und Externe an das unternehmenseigene Hinweisgebersystem BPO (Business Practices Office) meldeten.

Im April 2017 billigte der Prüfungsausschuss die Hono­rar­vereinbarung mit dem Prüfer für das Geschäftsjahr 2017, nachdem die Hauptversammlung am 29. März 2017 ihre Wahlentscheidung über die Bestellung des Abschlussprüfers und Konzernabschlussprüfers getroffen hatte.

In seiner Sitzung im Juni 2017 wurde das Gremium aus aktuellem Anlass zunächst über die Durchsuchungsmaßnahmen der Staatsanwaltschaft Stuttgart bei der Daimler AG im Rahmen der Ermittlungen gegen bekannte und unbekannte Mitarbeiter der Daimler AG informiert. Sodann erörterte der Prüfungs­ausschuss das Risikomanagementsystem und befasste sich dabei insbesondere mit dessen Änderungen und Weiterentwicklungen. Ebenfalls besprochen wurden Methoden, Prozesse und etwaige Anpassungen des internen Kontrollsystems, das neben dem rechnungslegungsbezogenen Teil auch die Funktion Interne Revision und das Compliance Management System umfasst. Daneben informierte sich der Prüfungsausschuss über das Group Legal System und das Group Legal Risk Reporting. Weiterhin nahm der Ausschuss einen Bericht über die Nicht-Prüfungs­leistungen des Abschlussprüfers entgegen. In dieser Sitzung wurden auch die Prüfungsschwerpunkte für die Abschluss­­prüfung des Geschäftsjahrs 2017 einschließlich neuer Anfor­derungen an den Bestätigungsvermerk sowie die Planung der Abschlussprüfung 2017 und der Genehmigungsrahmen für die Beauftragung des Abschlussprüfers mit Nicht- Prüfungsleistungen festgelegt. Ferner befasste sich das Gremium ausführlich mit dem Stand der Umsetzung der EU-Abschlussprüferreform bei Daimler. In diesem Zusammenhang passte das Gremium den Zeitraum für den Genehmigungs­rahmen für die Beauftragung von Nicht-Prüfungsleistungen kongruent an das Geschäftsjahr an und erhöhte damit die gesetzlich geforderte Transparenz. Außerdem diskutierte der Ausschuss in dieser Sitzung die Ergebnisse der intern durchgeführten Qualitätsanalyse der Abschlussprüfung für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016.

Ebenfalls in der Sitzung im Juni 2017 befasste sich der Prüfungs­ausschuss eingehend mit den Auswirkungen der Umsetzung der EU-CSR-Richt­linie auf die Berichterstattung bei Daimler und die Offenlegung nichtfinanzieller Informationen. Ferner informierte sich der Ausschuss über die Neuerungen bei Bilanzierung und Rechnungslegung, wie beispielsweise die neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 9 (Finanzinstrumente) und IFRS 15 (Umsatzrealisierung), und weitere prüfungsrelevante Entwicklungen, etwa im Steuerrecht. Schließlich ließ sich der Ausschuss ausführlich über die Prüfung durch die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung berichten, die zu keinen Beanstandungen führte. Abschließend nahm der Prüfungsausschuss einen Bericht zum Pensionsmanagement sowie den Bericht zu den aktuellen steuerlichen Themen zur Kenntnis und diskutierte mit dem Vorstand auch den jährlichen Bericht des Konzernbeauftragten für den Datenschutz.

In seiner Sitzung im Juli 2017 befasste sich das Gremium schwer­punktmäßig mit den Ergebnissen des zweiten Quartals 2017 sowie mit dem Risikobericht. Dabei erörterten die Mitglieder des Ausschusses neben Produktions- und Technologierisiken mögliche Auswirkungen der Softwarenachrüstung für Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge in Europa und den umfassenden Zukunfts­plan für Dieselantriebe, der vom Vorstand im Juli 2017 ver­abschiedet wurde, sowie Risiken aus den aktuellen rechtlichen Themen.

In seiner Sitzung im Oktober 2017 befasste sich der Ausschuss neben dem Zwischenfinanzbericht für das dritte Quartal 2017 und den quartalsbezogenen Berichten der Bereiche Interne Revision, Group Compliance und der Rechtsabteilung unter anderem erneut mit der aus der EU-CSR-Richtlinie resultierenden Umsetzung der nicht­finanziellen Berichterstattung bei Daimler.

Jahres- und Konzernabschluss 2017

In der Sitzung am 31. Januar 2018 behandelte der Prüfungsausschuss die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzernabschlusses 2017 sowie den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands. Nach sorgfältiger Prüfung nahm der Ausschuss die präsentierten Zahlen zustimmend zur Kenntnis, stellte fest, dass keine Einwände gegen die vorgeschlagene Veröffentlichung bestehen, und empfahl dem im Anschluss tagenden Aufsichtsrat, sich dieser Einschätzung anzuschließen. Die vorläufigen Kenn­zahlen und der Gewinnverwendungsvorschlag wurden in der Jahrespressekonferenz am 1. Februar 2018 veröffentlicht.

In einer weiteren Sitzung am 9. Februar 2018 prüfte und erörterte der Ausschuss eingehend den jeweils mit einem unein­geschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers versehenen Jahresabschluss, Konzernabschluss und zusammen­gefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2017 sowie den Gewinnverwendungsvorschlag und den Nichtfinanziellen Bericht. Dabei berichteten die Vertreter des Abschlussprüfers über die Ergebnisse der Abschlussprüfung und der freiwilligen Prüfung des Nichtfinanziellen Berichts im Rahmen einer Limited Assurance und standen für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Die Prüfungs­berichte zum Jahres- und Konzernabschluss (einschließlich der besonders wichtigen Prüfungssachverhalte in den Bestätigungsvermerken) und zum Internal Control System (ICS), der Bericht zum Risikomanagementsystem (RMS) für das Jahr 2017, der Geschäfts­bericht für 2017 sowie wesentliche Vorgänge hinsichtlich der Rechnungslegung wurden gemeinsam mit dem Abschlussprüfer diskutiert. Der Prüfungsausschuss empfahl dem Aufsichtsrat nach intensiver Prüfung und Erörterung, die aufgestellten Abschlüsse, den zusammengefassten Lagebericht, die mit dem Corporate Governance Bericht zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung und den Nichtfinanziellen Bericht sowie den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands zur Zahlung einer Dividende von 3,65  € je dividendenberechtigter Stückaktie zu billigen. Der Prüfungsausschuss verabschiedete ferner den Bericht des Prüfungsausschusses über das Geschäftsjahr 2017.

Effizienzprüfung

Auch im Jahr 2017 führte der Prüfungsausschuss wie in den Vorjahren auf Grundlage eines umfangreichen unternehmensspezifischen Fragebogens eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durch. Die erneut sehr positiven Ergebnisse dieser Effizienzprüfung wurden in der Sitzung am 9. Februar 2018 vorgestellt und diskutiert. Handlungsbedarf im Hinblick auf die Aufgaben des Ausschusses oder auf den Inhalt, die Frequenz oder den Ablauf der Sitzungen ergab sich dabei nicht.

Stuttgart, im Februar 2018

Der Prüfungsausschuss

Dr. Clemens Börsig
Vorsitzender

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Erklärung zur Unternehmensführung, Corporate Governance Bericht
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