Geschäftsbericht 2017

Innovation, Sicherheit und Umweltschutz

Innovationen für die Zukunft der Mobilität

Wir streben bestmöglichen Kundennutzen, hohe Sicherheitsstandards, Umweltverträglichkeit und Effizienz an. Um diese Ziele zu verbinden, setzen wir auf innovative Konzepte und eine umwelt­gerechte Produktentwicklung.

Dabei konzentrieren wir uns auf CASE – diese Buchstaben stehen für die vier strategischen Zukunftsfelder Vernetzung (Connected), autonomes Fahren (Auto­nomous), flexible Nutzung und Services (Shared & Services) und elektrische Antriebe (Electric). Wir treiben diese Zukunftsfelder in allen Geschäftsfeldern konsequent voran und verknüpfen sie auf intelligente Art und Weise zu einem umfassenden Zielbild für unsere Fahrzeuge, Serviceangebote und Geschäftsmodelle. Damit untermauern wir den Anspruch, die Mobilität der Zukunft maßgeblich zu prägen.

Unser »Weg zum emissionsfreien Fahren«

Die übergeordneten Entwicklungsschwerpunkte für neue, besonders kraftstoffeffiziente und umweltschonende Antriebstechnologien in allen automobilen Geschäftsfeldern haben wir in unserer Initiative »Der Weg zum emissionsfreien Fahren« festgelegt. Wir verfolgen diesen Ansatz über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Dafür setzen wir an sämtlichen Stellhebeln an und heben Potenziale aus allen Entwicklungs­bereichen, vom Leichtbau über die aerodynamische Optimierung und den Einsatz sauberer und effizienter Kraftstoffe bis hin zur Elektrifizierung und zur Umsetzung nachhaltiger Mobilitäts­­konzepte.

Unsere Antriebsstrategie zur Reduzierung der Emissionen baut auf drei Säulen: Zunächst sind hocheffiziente Verbrennungs­antriebe für uns nach wie vor ein Teil der Lösung; das gilt für Benzin- wie auch Dieselmotoren. Daneben setzen wir auf weitere Plug-in-Hybride sowie auf reine Elektrofahrzeuge.

Wir gehen davon aus, dass der Verbrennungsmotor bis zum durchschlagenden Markterfolg von Elektrofahrzeugen das Rückgrat der individuellen Mobilität bleiben wird. Nicht zuletzt deshalb investieren wir nach wie vor in die Verbesserung dieser Antriebstechnologie und leisten damit einen Beitrag zur Reduzierung des Verbrauchs und der Emissionen jedes einzelnen Fahrzeuges. Gleichzeitig haben wir in allen Geschäftsfeldern eine breit angelegte Offensive zur Elektromobilität gestartet. Wir verfolgen dabei einen ganzheitlichen Ansatz. So investieren wir neben dem teil- oder vollelektrischen Antrieb auch in Schnellladenetze, in die Wasserstoff-Infrastruktur und in Softwarelösungen.

Innovative Fahrzeug- und Antriebstechnologien aus dem Hause ­Daimler zeigen, was wir auf diesem Weg bereits erreichen konnten. Im Folgenden illustrieren einige Beispiele unsere Ansätze für die Mobilität der Zukunft.

Größte Motorenoffensive in der Geschichte von ­Mercedes-Benz

Der neue Vierzylinder-Dieselmotor OM 654, der im Jahr 2016 in der neuen E-Klasse eingeführt wurde, ist das erste Mitglied der modular aufgebauten Motorenfamilie, die im Port­folio von Mercedes-Benz Cars und auch bei den Vans zum Einsatz kommen wird. Geplant sind mehrere Leistungsstufen sowie Längs- und Quereinbau in Fahrzeugen mit Front-, Heck- und Allradantrieb. So haben wir uns das Ziel gesetzt, unsere Palette an Diesel-Pkw in Europa bis zum Jahr 2019 mit dieser Motorengeneration auszurüsten.

Sparsamer und stärker, leichter und kompakter - der neue OM 654

Im Jahr 2017 debütierten gleich vier weitere Mitglieder der neuen Motorenfamilie: ein Reihen-Sechszylinder als Diesel- und Ottomotor, ein neuer Vierzylinder-Ottomotor sowie ein neuer Biturbo-V8. Gleichzeitig hatten richtungsweisende Technologien wie der Integrierte Starter-Generator (ISG), das 48-Volt-Bordnetz und der elektrische Zusatzverdichter (eZV) ihre Welt­premiere. Der ISG übernimmt Hybridfunktionen wie Boost oder Rekuperieren und ermöglicht so Verbrauchseinsparungen, die bisher der Hochvolt-Hybridtechnologie vorbehalten waren. Gerade auch bei den neuen S-Klasse-Modellen, die seit Mitte 2017 an unsere Kunden ausgeliefert werden, konnten wir die Kraftstoffeffizienz weiter steigern. So verbraucht der Mercedes-Benz S 350 d 4MATIC (Kraftstoffverbrauch in l/100 km innerorts 6,9–6,7/außerorts 5,0–4,8/kombiniert 5,7-5,5; CO2-Emissionen in g/km kombiniert 150–145) mit dem neuen Sechszylinder-Dieselmotor trotz eines Leistungszuwachses nochmals deutlich weniger als das Vorgängermodell, und auch der Mercedes-Benz S450 4MATIC (Kraftstoffverbrauch in l/100 km innerorts 9,6–9,3/außerorts 6,0-5,6/kombiniert 7,3-7,0; CO2-Emissionen in g/km kombiniert 167–159) erzielt mit dem neu entwickelten Sechszylinder-Benzinmotor M 256 hervorragende Verbrauchswerte.

Verbrauchsarme Lkw

Auch bei den Nutzfahrzeugen haben wir den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich verringert. So konnte zum Beispiel der Durchschnittsverbrauch beim Schwer-Lkw Mercedes-Benz Actros seit dem Jahr 2011 durch die Einführung des neuen Modells nach Abgasstufe Euro VI, den vorausschauenden Tempomaten Predictive Powertrain Control (PPC) und die neueste Motorengeneration sowie den zur IAA 2016 vorgestellten Actros mit dem Antriebsstrang der zweiten Generation im Vergleich zum bewährten Actros Vorgängermodell insgesamt um rund 15 % reduziert werden. Die neuen Antriebstechnologien kommen auch in den Modellen Antos und Arocs zum Einsatz. Dass Mercedes-Benz seinen Kunden besonders verbrauchsgünstige Fahrzeuge anbietet, haben bis zum Jahresende 2017 europaweit mehr als 4.000 Vergleichsfahrten gezeigt. Dabei haben Kunden in ihrem Fuhrpark Lkw von Mercedes-Benz gegen die der Hauptwettbewerber antreten lassen – mit eindeutigem Ergebnis: Über 90 % der Tests konnte Mercedes-Benz für sich entscheiden. Dabei lag der Kraftstoffverbrauch bei den ­Mercedes-Benz-Lkw durchschnittlich um 11 % unter dem der Konkurrenten.

Auch in Nordamerika setzen wir mit unseren Lkw Maßstäbe beim Kraftstoffverbrauch. Dort wurde im Herbst 2016 der Freightliner »New Cascadia« vorgestellt, unser Flaggschiff in Nordamerika. Die aerodynamische Form und die hochmodernen Antriebskomponenten tragen dazu bei, dass der Verbrauch gegenüber dem bereits sehr sparsamen Vorgängermodell Cascadia Evolution um bis zu 8 % niedriger ausfällt.

In Europa wollen wir den Verbrauch unserer Lkw-Flotte im Zeitraum von 2005 bis 2020 um durchschnittlich 20 % reduzieren. Wir sind zuversichtlich, dieses ambitionierte Ziel zu erreichen. Mit der Einführung der neuesten Generation des Schwer-Lkw-Motors OM 471 im Jahr 2015 und des etwas kleineren OM 470 im Jahr 2016 sind wir klar auf diesem Weg.

Daimler GB2017 B.38 Der Weg zur emissionsfreien Mobilitaet

Neuer FUSO Super Great setzt Maßstäbe bei Effizienz

Mit der neuesten Generationen des FUSO Flaggschiffs setzt der größte Nutzfahrzeughersteller der Welt in Japan neue ­Maßstäbe bei Effizienz, Sicherheit und Konnektivität. Durch eine Reihe neuer Technologien lässt sich der Kraftstoffverbrauch des Lkw um bis zu 15 % verringern. Die Powertrain-Komponenten des neuen FUSO Super Great stammen aus den aktuellen Produktplattformen und wurden geringfügig an die spezifischen Anforderungen des japanischen Marktes angepasst. Die globale Plattformstrategie von ­Daimler Trucks ermöglicht einheitliche Qualitätsstandards, Kostenvorteile durch Skaleneffekte und Flexibilität bei der Produktionsauslastung. Der im neuen FUSO Super Great eingesetzte 10,7 l-Motor OM470 erfüllt die japanische Abgasnorm JP17, verfügt über das HDEP (Heavy Duty Engine Platform) Fuel-Efficiency-Paket und wurde hinsichtlich Verbrauchs- und Emissionseffizienz sowie Nutzlast gegenüber dem Vorgängeraggregat weiter optimiert. Der neue Lkw wird seit Mai 2017 an unsere Kunden ausgeliefert.

Effiziente und saubere Antriebstechnologie für Busse

Im Busbereich ist Daimler bei der Abgasnachbehandlung weit fortgeschritten: Alle Baureihen der Marken Mercedes-Benz und Setra waren schon frühzeitig mit Euro-VI-Technik verfügbar. Trotz dieser deutlich aufwendigeren Abgasbehandlungssysteme konnten wir durch den Einsatz der neuen Mercedes-Benz Motoren eine weitere Verbrauchsreduzierung bei unseren ohnehin schon sparsamen Fahrzeugen realisieren. So sinkt der Verbrauch der Reisebusse, die mit dem neuen Dieselmotor OM 471 ausgestattet sind, durch verschiedene Maßnahmen am Fahrzeug wie zum Beipiel eine verbesserte Aerodynamik nochmals deutlich – bei gleichzeitig höherer Leistungsstärke.

Auch der neue Reisebus Mercedes-Benz Tourismo ist nochmals deutlich wirtschaftlicher als sein Vorgänger: Sein Kraftstoffverbrauch sinkt vor allem durch die rundum optimierte Aerodynamik und die komplett neu gestaltete leichtere Karosserie. Mit neuen Sonderausstattungen wie dem vorausschau­enden Tempomaten Predictive Powertrain Control (PPC) oder dem Eco Driver Feedback (EDF) lassen sich der Kraftstoff­verbrauch und damit auch die Emissionen weiter verringern.

Präsentation des neuen Reisebus Tourismo RHD

Der Mercedes-Benz Citaro NGT mit Erdgasantrieb fährt noch leiser und sauberer als der bekannt effiziente Citaro mit hochmodernem Dieselmotor nach Euro VI. Mit dem neu entwickelten Gasmotor M 936 ist er der Maßstab in seinem Marktsegment. Im Vergleich zum Vorgängermodell ist der Citaro NGT nochmals effizienter. Mit Bio-Erdgas fährt er zudem nahezu CO2-neutral. Parallel zur weiteren Optimierung des Verbrennungsmotors gehen wir mit dem batterieelektrischen Mercedes-Benz Citaro den nächsten Schritt auf dem Weg in die Zukunft. Daimler Buses beabsichtigt den Stadtbus mit vollelektrischem Antrieb Ende 2018 serienreif auf die Straße zu bringen.

Mercedes-Benz Citaro NGT |[DE]

Umfassende Elektrooffensive

Bereits im Jahr 2016 haben wir in allen Geschäftsfeldern eine Offensive zur Elektromobilität gestartet. Sie umfasst die neuen Plug-in-Hybride von Mercedes-Benz Cars ebenso wie die neuen elektrischen smart Modelle, den DENZA 400, den wir gemeinsam mit unserem Partner BYD für den chinesischen Markt entwickelt haben, sowie den neuen FUSO eCanter und das neue GLC Vorserienmodell mit Brennstoffzelle, den wir im September 2017 auf der IAA in Frankfurt vorgestellt haben.

Es wird elektrisch – Matthias Malmedie und ein Vorserienfahrzeug des GLC F-CELL

Teil der Offensive sind zudem neue Studien, mit denen wir einen schon sehr konkreten Ausblick auf die Elektromobilität der Zukunft geben: die Konzeptfahrzeuge Concept EQ, Concept EQA und der smart vision EQ fortwo oder der Mercedes-Benz Elektro-Lkw und der E-FUSO Vision One – beide für den schweren Verteilerverkehr.

Die Zukunft der Mobilität | smart vision EQ fortwo

EQ – die Marke für Elektromobilität

Mercedes-Benz hat seine Aktivitäten rund um die Elektromobilität in der Produktmarke EQ gebündelt. Der Name EQ steht für »Electric Intelligence« und leitet sich von den Mercedes-Benz Markenwerten »Emotion und Intelligenz« ab. EQ bietet ein umfassendes elektromobiles Ökosystem aus Produkten, Dienstleistungen, Technologien und Innovationen. Vorboten der neuen Marke sind die seriennahe Studie Concept EQ aus dem Jahr 2016 sowie das kompakte Concept EQA, das bei der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) im September 2017 vorgestellt wurde.

Mit der Studie Concept EQA zeigt Mercedes-Benz, wie ein EQ-Modell im Kompaktwagensegment aussehen könnte: In Kombination mit der intelligenten Betriebsstrategie von Mercedes-Benz erzielt die Studie eine Reichweite von rund 400 Kilometern. Das Concept EQA gibt einen Ausblick in die technologische Zukunft: So lässt es sich via Wallbox aufladen und ist auch für Schnellladen vorbereitet: Dank integriertem Onboard Schnellader soll es zukünftig möglich sein ein Elektrofahrzeug in circa zehn Minuten so weit aufzuladen, dass wieder 100 Kilometer Reichweite zur Verfügung stehen.

Concept EQA | 60 Seconds | IAA 2017

Bis 2022 beabsichtigt Daimler, allein im Pkw-Segment mehr als zehn reine Elektrofahrzeuge im Angebot zu haben - vom smart bis zum großen SUV. Noch in dieser Dekade startet unter der Marke EQ das erste batterieelektrische Serienmodell im SUV-Segment. Es folgt eine Modelloffensive, die sukzessive das Portfolio von Mercedes-Benz Cars mit rein elektrischen Modellen ergänzen wird. Die neue Generation von Elektrofahrzeugen wird auf einer eigens für batterieelektrische Modelle entwickelten Architektur basieren, die in jeder Hinsicht skalierbar und modellübergreifend einsetzbar ist: Radstand und Spurweite sowie alle übrigen Systemkomponenten, insbesondere die Batterien, sind dank des modularen Systembaukastens variabel.

Breite Palette an Plug-in-Hybrid-Pkw

Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge kombinieren die Vorteile des Verbrennungsmotors mit denen des Elektroantriebs. Dies hilft, den Gesamtverbrauch zu senken und die Performance zu steigern, da der Elektroantrieb den Verbrennungsmotor dort ersetzt oder unterstützt, wo dieser weniger günstig arbeitet. Schon heute haben wir mit acht Fahrzeugmodellen auf der Straße eine breite Plug-in-Hybrid-Palette im Premiumsegment. Die leistungsfähige Batterie ermöglicht bereits rein elektrisches Fahren. Die Batterie kann extern aufgeladen werden. Bei der neuen S-Klasse mit Hybridantrieb, die wir im Jahr 2018 einführen wollen, liegt die rein elektrische Reichweite bereits bei bis zu 50 km. Perspektivisch wollen wir im Bereich der Plug-in-Hybride im Zuge des technologischen Fortschritts deutlich höhere elektrische Reichweiten erreichen. Damit können unsere Kunden im Alltagsverkehr weitgehend lokal emissionsfrei unterwegs sein. Für längere Distanzen wird der Verbrennungsmotor genutzt und damit eine perfekte Langstreckentauglichkeit ermöglicht. Mit Blick auf die nächste Dekade wird der Plug-in-Hybrid aus unserer Sicht eine Erfolgstechnologie sein. Die Hybridisierung ist deshalb ein Schwerpunkt unserer Antriebsstrategie.

48-Volt-Bordnetze ermöglichen Hybridfunktionen vom »Rekuperieren« und »Boosten« bis hin zum elektrischen Anfahren und Rangieren. Damit funktionieren diese Möglichkeiten erstmals auch ohne Hochvolt-Komponenten. Die zusätzliche Sicherheitsausrüstung, die für ein Hochvolt-Netz nötig wäre, entfällt. Auf diese Weise können wir auch für unsere Volumenmodelle ­nennenswerte Verbrauchseinsparungen realisieren und unseren Kunden mehr Agilität und Komfort bieten.

E-Klasse Plug-in-Hybrid überzeugt bei Umweltaudit

Im Februar 2017 wurde für den Mercedes-Benz E 350 e mit Plug-in-Hybridtechnologie (Kraftstoffverbrauch in l/100 km kombiniert: 2,1; CO2-Emissionen in g/km: 49; Stromverbrauch in kWh/100 km: 11,5) das TÜV-Validierungsaudit zum Umweltzertifikat erfolgreich abgeschlossen. Diese Auszeichnung basiert auf einer Öko-Bilanz. Hierbei prüft der neutrale Gutachter des TÜV Süd die Integration von Umweltaspekten in Produktdesign und -entwicklung ebenso wie die Umweltwirkungen des Pkw über den gesamten Lebenszyklus.

Matthias Malmedie gibt mit dem E-Klasse Plug-in-Hybrid Vollstrom

Der E 350 e überzeugt dabei nicht nur im Fahrbetrieb. Während seines Lebenszyklus (Materialherstellung, Produktion, Fahr­betrieb über 250.000 Kilometer berechnet mit zertifizierten Verbrauchswerten und Recycling) entstehen bei einer externen Aufladung des Hybridmodells mit dem europäischen Strom-Mix insgesamt rund 44 % weniger CO2-Emissionen als beim Vor­gängermodell mit vergleichbaren Leistungsdaten und konven­tioneller Motorisierung, dem E 350 CGI. Wird der Berechnung regenerativ erzeugter Strom für die externe Aufladung zugrunde gelegt, können die CO2-Emissionen sogar um 63 % verringert werden. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Energiebedarf. Über alle Lebensphasen werden für den E 350 e 31 beziehungsweise 48 % weniger Primärenergie verbraucht.

GLC F-CELL startet in die Vorserie

Mit den beiden Vorserienfahrzeugen des GLC F-CELL haben wir auf der IAA 2017 einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zum emis­sionsfreien Fahren präsentiert. In ­diesem Elektromobil mit Brennstoffzelle kommt eine Lithium-Ionen-Batterie als zusätzliche Energiequelle zum Einsatz, die extern, via Plug-in-Technologie, geladen werden kann. Das intelligente Zusammenspiel zwischen Batterie und Brennstoffzelle sowie kurze Betankungszeiten sollen den GLC F-CELL künftig zu einem alltagstauglichen Fahrzeug für die Langstrecke machen. Mit 4,4 kg Wasserstoff an Bord produziert das Vorserienmodell genügend Energie für eine Reichweite von mehr als 400 km im Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ). Für die Weltneuheit hat ­Daimler ein komplett neues Brennstoffzellensystem entwickelt. Gegenüber der bereits seit 2010 in Kundenhand befindlichen B-Klasse F-CELL (Kraftstoffverbrauch: 0,97 kg Hâ‚‚/100 km, COâ‚‚-Emissionen kombiniert: 0 g/km) bietet das gesamte Antriebssystem rund 40 % mehr Leistung. Das Brennstoffzellensystem ist rund 30 % kompakter als bisher, kann erstmals vollständig im Motorraum untergebracht werden und wird wie ein konventioneller Motor an den bekannten Aufhängungspunkten montiert. Zudem wurde der Einsatz von Platin in der Brennstoffzelle um 90 % reduziert. So werden Ressourcen geschont und Systemkosten verringert – ohne Abstriche in der Leistungsfähigkeit.

Bis heute haben die Brennstoffzellenfahrzeuge von Mercedes-Benz, darunter auch die B-Klasse F-CELL und der Stadtbus Mercedes-Benz Citaro FuelCELL-Hybrid, insgesamt über 18 Mio. km zurückgelegt und so die Marktreife des Antriebskonzepts unter Beweis gestellt. Das Vorserienmodell des GLC F-CELL ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Serienproduktion. Marktspezi­fische Vertriebskonzepte, darunter auch ein Mietmodell, werden derzeit evaluiert.

smart vision EQ fortwo: Carsharing für die Stadt von morgen

Die Marke smart hat bei der IAA im September 2017 den smart vision EQ fortwo präsentiert – ein Ausblick auf das Carsharing von morgen. Mit diesem Konzeptfahrzeug demonstrieren wir, wie die urbane Mobilität künftig aussehen könnte: Autonom und mit anderen Flottenfahrzeugen im Schwarm vernetzt könnte sich der smart vision EQ fortwo durch die Stadt bewegen und vorausschauend jene Orte ansteuern, an denen er als Nächstes benötigt wird. Das Elektroauto könnte über eine 30-kWh-Lithium-Ionen-Batterie verfügen, die sich selbstständig induktiv auflädt. Dazu fährt es an Hub-Stationen, die über die Stadt verteilt sind. Wenn Fahrzeuge gerade nicht genutzt werden, dient die Carsharing-Flotte als Batteriespeicher. Durch eine bidirektionale Ladefunktion können die Fahrzeuge an den Ladestationen Energie ins Stromnetz zurückspeisen. smart übernimmt so eine wichtige Funktion bei der Gestaltung der Energiewende.

Elektrische Lkw für den schweren Verteilerverkehr

Im Juli 2016 haben wir als einer der ersten Nutzfahrzeughersteller einen vollelektrischen Mercedes-Benz Lkw für den schweren Ver­teilerverkehr mit den folgenden geplanten Eckdaten vorgestellt: Batterieleistung 212 kWh, Reichweite bis zu 200 km, Zuladung 12,8 t bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 26 t.

Das Konzept für unseren Elektro-Lkw hat überzeugt. Das zeigen die vielen Anfragen unserer Kunden nach der Vorstellung unserer Lkw-Studie bei der Internationalen Automobil-Ausstellung für Nutzfahrzeuge im Oktober 2016. Im Jahr 2017 haben wir die Entwicklung, den Aufbau und den Test unserer Kunden-Innovationsflotte mit Hochdruck vorangetrieben. Im Jahr 2018 wollen wir die Praxiserprobung der Innovation Fleet des ­Mercedes-Benz Elektro-Lkw für den schweren Verteilerverkehr mit Kunden im Realbetrieb starten. Von der Erprobung versprechen wir uns weitere Erkenntnisse bezüglich der Logistik­prozesse und der Betriebskostenbetrachtung mit Elektro-Lkw. Im Ergebnis münden die gewonnenen Erkenntnisse in neu kon­zipierte Geschäftsmodelle für vollelektrische Laster für den innerstädtischen, schweren Verteilerverkehr.

Der vollelektrische Lkw ist Teil einer umfassenden Elektro-Offensive von ­Daimler Trucks. Dazu gehört auch der leichte Elektro-Lkw FUSO eCanter, der im Juli 2017 in einer global angelegten Kleinserie in Produktion ging. Die ersten 150 Fahrzeuge sind für ausgewählte Kunden in Europa, Japan und den USA bestimmt.

Innerhalb der nächsten Jahre planen wir, über 500 Fahrzeuge an Kunden auszuliefern. Alle Erfahrungen, die wir mit der Kleinserie sammeln, fließen in die weitere Entwicklung des batteriebetriebenen Canter ein, sodass die Großserienproduktion voraussichtlich im Jahr 2019 starten kann. Der eCanter kann zur Lärmreduktion in Großstädten beitragen.

Im Rahmen der Tokyo Motor Show verkündete ­Daimler im Oktober 2017 die vollständige Elektrifizierung aller Lkw- und Bus-Baureihen der Marke FUSO in den nächsten Jahren. Gleichzeitig haben wir mit der Produktmarke E-FUSO als erster Lkw-Hersteller eine eigene E-Marke für Lkw und Busse ein­geführt. Der E-FUSO Vision One, der in Tokyo erstmals präsentiert wurde, ist ein Konzept für einen vollelektrischen schweren Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von rund 23 t und einer Nutzlast von etwa 11 t – nur zwei Tonnen ­weniger im Vergleich zur Diesel-Variante. Bei einer Batterie­kapazität von 300 kWh hat der E-FUSO Vision One eine Reichweite von bis zu 350 km. Ein mögliches Einsatzfeld für den elektrischen Schwer-Lkw ist der regionale inner- und ­zwischenstädtische Verteilerverkehr. Wachsendes Kunden­interesse, die Entwicklung der benötigten Infrastruktur und regulatorische Bemühungen treiben die Elektrifizierung des Transportwesens an. Unter diesen Umständen ist eine Markt­einführung des serienproduzierten E-FUSO Vision One innerhalb der nächsten vier Jahre in reifen Märkten wie Japan oder Europa möglich.

­Daimler beabsichtigt, seinen Nutzfahrzeugkunden künftig ein umfassendes Portfolio an batterieelektrischen Fahrzeugen anzubieten, das vom Van über leichte Lkw bis hin zum schweren Verteiler-Lkw und zum elektrisch betriebenen Stadtbus reicht.

Elektrische Transporter von Mercedes-Benz Vans

Mercedes-Benz Vans plant, alle gewerblichen Transporter mit Elektroantrieb anzubieten. Den Anfang macht der mittelgroße eVito, der seit Ende November 2017 bestellbar ist und ab der zweiten Jahreshälfte 2018 ausgeliefert werden soll. Er ist das zweite vollelektrische Serienmodell von Mercedes-Benz Vans nach dem Vito E-Cell aus dem Jahr 2010. Mit einer installierten Batteriekapazität von 41,4 kWh wird die Reichweite des neuen eVito bis zu 150 km betragen. Selbst bei ungünstigen Rahmenbedingungen wie niedrigen Außentemperaturen und voller Beladung steht eine Reichweite von bis zu 100 km zur Verfügung. Damit bringt der Mid-Size Van beste Voraussetzungen beispielsweise für den innerstädtischen Liefer-, Gewerbe- und Personenverkehr mit. Innerhalb von rund sechs Stunden kann die Batterie vollständig aufgeladen werden. Für dynamische Fahrleistungen sorgen 84 kW und ein Drehmoment von bis zu 300 Newton­meter. Bei der Höchstgeschwindigkeit kann der Kunde zwischen zwei Optionen wählen: Ein Maximaltempo von 80 km/h erfüllt im Stadtverkehr und in Ballungszentren alle Anforderungen, schont gleichzeitig die Energiereserven und vergrößert die Reichweite. Muss es schneller gehen, kann der Kunde eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 120 km/h anwählen. Auf den elektrischen Vito soll im Jahr 2019 der eSprinter folgen. Vervoll­ständigt wird das Angebot durch den Citan.

Im Fokus der ganzheitlichen Elektrostrategie von Mercedes-Benz Vans steht nicht nur der elektrische Transporter, sondern ein technologisches Ökosystem, das bestmöglich auf den wirtschaft­lichen Nutzen der Kunden abgestimmt ist. Dabei sorgt eine ganz­heitliche Strategie für eine innovative Gesamtsystemlösung, die die gesamte Wertschöpfungskette der gewerblichen Nutzung abdeckt. Strategische Partner und ihre Branchenexpertise werden deshalb schon frühzeitig in den Entwicklungsprozess eingebunden. Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit mit dem Logistikdienstleister Hermes, die Anfang des Jahres 2018 mit einer Pilotphase in Hamburg und Stuttgart startet. Danach wollen wir das Einsatzgebiet der Elektroflotte, die in der Paketzustellung eingesetzt wird und bis zum Jahr 2020 insgesamt 1.500 elek­trische Vito und Sprinter umfassen soll, auf weitere Ballungszentren ausweiten. Darüber hinaus beinhaltet die strate­gische Kooperation auch die gemeinsame Erarbeitung eines Konzepts für eine effiziente Ladeinfrastruktur in den Logistikzentren von Hermes und IT-Dienste zur optimalen Steuerung der Elektro­flotte.

Intelligente Ladelösungen für die Elektromobilität

Bei der Elektrifizierung des Antriebsstrangs verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz, der neben den Fahrzeugen ein breites Angebot rund um die Elektromobilität enthält. Das Spektrum reicht vom Angebot »grünen« Stroms über einen intelligenten Ladeservice für den Heimbereich und maßgeschneiderte Dienstleistungen bis hin zum Home-Energiespeicher, der beispielsweise mit der Photovoltaik auf dem Hausdach zusammenarbeitet.

Im März 2017 hat sich ­Daimler als Investor beim amerikanischen Ladelösungsanbieter ChargePoint Inc. beteiligt. Damit sichern wir uns den Zugang zu weiteren kundenorientierten Services rund um die Elektromobilität. ChargePoint bietet Lösungen für jedes Segment des elektromobilen Ökosystems im Bereich Ladeinfrastruktur. Dazu gehören etwa Unternehmen, Einzelhandel, öffentliche Institutionen, Flottenkunden und Privat­haushalte. Technologisch greift das Unternehmen in Europa auf das standardisierte Combined Charging System (CCS) zurück und ermöglicht so markenübergreifend maximale Kompatibilität für künftige Elektrofahrzeugmodelle.

Mit der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens IONITY stellen BMW Group, ­Daimler, Ford Motor Company und der Volkswagen-Konzern mit Audi und Porsche die Weichen für den Aufbau des leistungsstärksten Schnellladenetzes für Elektrofahrzeuge in Europa. Ziel ist es, bis 2020 insgesamt rund 400 Schnellladestationen an europäischen Hauptverkehrsachsen zu errichten.

Unsere »Vision vom unfallfreien Fahren«

Fahrzeugsicherheit gehört zu unseren Kernkompetenzen und ist zentraler Bestandteil unserer Produktstrategie. Die Marke Mercedes-Benz hat über Jahrzehnte hinweg die Sicherheitsentwicklung nachhaltig geprägt. Die Innovationen des Unter­nehmens gerade auf dem Gebiet des Insassen- und Partnerschutzes haben unzählige Menschenleben gerettet. Und auch heute setzt ­Daimler mit seinen Fahrzeugen Maßstäbe in puncto Sicherheit. Unsere Vision vom unfallfreien Fahren treibt uns auch weiterhin an, Mobilität für alle Verkehrsteilnehmer so sicher wie möglich zu gestalten.

Teilautomatisiertes Fahren mit der modellgepflegten S-Klasse

Mit der modellgepflegten S-Klasse hat Mercedes-Benz einen weiteren Schritt auf dem Weg zum autonomen Fahren vollzogen. So wurden unter anderem der Aktive Abstands-Assistent DISTRONIC und der Aktive Lenk-Assistent durch neue und modifizierte Funktionen erweitert. Ein weiteres Highlight der neuen S-Klasse ist die streckenbasierte Geschwindigkeitsanpassung, bei der Karten- und Navigationsdaten genutzt ­werden, um das Fahrverhalten einzustellen. Mit diesen und anderen intelligenten Ausstattungsmerkmalen markiert die neue Luxuslimousine einen weiteren großen Schritt hin zum autonomen Fahren. Weiterentwickelte Kamera- und Radar­systeme ermög­lichen noch komfortableres automatisiertes Fahren auf allen Straßenklassen. Außerdem nutzt Mercedes-Benz Active Body Control mit ROAD SURFACE SCAN und die Kurvenneigefunktion CURVE und steigert den Fahrkomfort durch intelligente Sensorik noch weiter.

Kooperation mit Bosch

Im Berichtsjahr haben wir mit Bosch eine Entwicklungs­kooperation vereinbart. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung von Software und Algorithmen für ein vollautomatisiertes Fahrsystem. Anfang der kommenden Dekade soll voll automatisiertes und fahrer­loses Fahren im urbanen Umfeld auf die Straße gebracht werden. Das Projekt vereint die Gesamtfahrzeugkompetenz von ­Daimler mit der System- und Hardwarekompetenz des weltgrößten Automobilzulieferers. Die so entstehenden Synergien zielen auf eine möglichst frühe und abgesicherte Serien­einführung der Technologie ab.

Mit dem voll automatisierten, fahrerlosen Fahren im urbanen Umfeld wollen Bosch und ­Daimler den Verkehrsfluss in Städten verbessern, die Sicherheit auf der Straße erhöhen und einen wichtigen Baustein für den Verkehr der Zukunft liefern. Die Technologie steigert unter anderem die Attraktivität von Car-Sharing. Sie ermöglicht es Menschen, die Zeit im Fahrzeug bestmöglich zu nutzen, und eröffnet zum Beispiel auch Personen ohne Führerschein neue Möglichkeiten, mobil zu sein. Kernziel ist die serienreife Entwicklung eines Systems, mit dem Autos in der Stadt vollautomatisiert fahren können. Die Idee dahinter: Das Fahrzeug kommt zum Fahrer, nicht der Fahrer zum Fahrzeug. Innerhalb eines festgelegten Stadtgebiets können sich Nutzer per Smartphone ein Car-Sharing-Auto oder ein Robotertaxi ordern, das fahrerlos zu ihnen kommt.

Crashtest im Röntgenblick

Mit Ultrakurzzeit-Röntgenstandbildern testet die Mercedes-Benz Fahrzeugsicherheit gemeinsam mit verschiedenen Partnern aus der Forschung und der Wirtschaft definierte Bereiche der Karosserie und des automobilen Innen­lebens während eines Crashtests. Die Bilder können anschließend mit computergestützten Simulationsmodellen zusammengeführt werden. Auf diese Weise wird die Prognosequalität von Crashsimulationen erhöht. Neben der Analyse der Verformung von Karosserie und Bauteilen geht es auch um die Entwicklung alternativer Rückhaltekonzepte. Hier sind interdisziplinäre Teams aktiv, um die Herausforderungen neuer Mobilität, beispielsweise der passiven Sicherheit des hochautomatisierten Fahrens, zu meistern.

Active Brake Assist 4

Unfälle möglichst vermeiden und schwächere Verkehrsteilnehmer schützen, das ermöglicht der erste aktive Notbremsassistent mit Fußgängererkennung für Mercedes-Benz Lkw und ab dem Jahr 2018 auch für Reisebusse von Mercedes-Benz und Setra. Der neue Active Brake Assist 4 (ABA 4) mit Fußgängererkennung warnt den Fahrer optisch und akustisch vor einer Kollision mit Fußgängern und leitet gleichzeitig automatisch eine Teilbremsung ein.

Technisch basiert der Active Brake Assist 4 mit Fußgänger­erkennung auf einer neuen Generation der Radartechnologie, die auch in den aktuellen Pkw von Mercedes-Benz verwendet wird. Es handelt sich um ein elektronisch scannendes Multi-Mode-Radar, das sich aus einem Fernbereichs- und einem Nah­bereichsradar zusammensetzt. Das Fernbereichsradar erfasst mehrspurige Fahrzeuge und stationäre Hindernisse in bis zu 250 Metern Entfernung in direkter Linie vor dem Reisebus. Einspurige Fahrzeuge wie Fahrräder werden in einer Entfernung von bis zu 160 Metern, Fußgänger innerhalb von bis zu 80 Metern erkannt. Das Nahbereichsradar hat eine Reichweite von maximal 70 Metern und kann sogar Fußgänger und Fahrzeuge seitlich vor dem Reisebus erkennen.

Ganzheitlicher Ansatz im Umweltschutz

Umweltschutz gehört zu den wesentlichen Unternehmenszielen des ­Daimler-Konzerns. Er steht dabei nicht losgelöst von anderen Zielen, sondern ist integraler Bestandteil der auf langfristige Wertsteigerung ausgerichteten Unternehmensstrategie. Mit den vom Vorstand verabschiedeten Umwelt- und Energie­leitlinien definiert ­Daimler seine Umwelt- und Energiepolitik und bekennt sich darin auch zu einem integrierten Umweltschutz, der an den Ursachen für Umweltbeeinträchtigungen ansetzt und die Auswirkungen der Produktionsprozesse und Produkte auf die Umwelt bereits im Voraus beurteilt und in die unter­nehmerischen Entscheidungen einbezieht.

Bereits in den ersten Phasen der Entwicklung entscheidet sich weitgehend, welche ökologischen Lasten ein Fahrzeug ver­ursacht. Je früher die umweltgerechte Produktentwicklung (Design for Environment, DfE) in den Entwicklungsprozess ­integriert ist, desto effizienter können die Umweltauswirkungen minimiert werden. (Vgl. Umweltbelange)

CO2-Emissionen bei Pkw: 125 g/km ­

Daimler arbeitet intensiv daran, den Verbrauch seiner Fahrzeuge zu senken und gleichzeitig die Leistung zu steigern – für mehr Fahrspaß und größere Sicherheitsreserven. Bereits im Jahr 2015 haben wir bei den CO2-Emissionen der in der EU neu zugelasse­nen Fahrzeuge von Mercedes-Benz Cars im Durchschnitt 123 g/km erreicht und damit unser ursprüngliches Ziel von 125 g/km für das Jahr 2016 schon vorzeitig unterschritten. Den Wert von 123 g/km konnten wir auch im Jahr 2016 halten – trotz einer Absatzverschiebung in Richtung obere Mittelklasse und Oberklasse. Im Jahr 2017 war ein Anstieg auf 125 g/km zu verzeichnen. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich der Anteil höherwertige ausgestatteter Fahrzeuge am Absatz in der EU weiter erhöht hat. Vertiefende Informationen hierzu finden im Kapitel »Nichtfinanzieller Bericht« dieses Geschäftsberichts. (Vgl. Umweltbelange)

Zukunftsplan für Dieselfahrzeuge

Wir sind davon überzeugt, dass der Diesel nicht zuletzt wegen seiner niedrigen CO2-Emissionen auch künftig ein fester Bestandteil im Antriebs-Mix sein wird. Die öffentliche Debatte um den Dieselmotor sorgt aber zunehmend für Verunsicherung bei den Kunden. Deshalb hat der ­Daimler-Vorstand im Juli 2017 einen Zukunftsplan für Dieselantriebe verabschiedet.

Dieser Plan umfasst eine Ausweitung der bereits laufenden freiwilligen Servicemaßnahmen bei Fahrzeugen in Kundenhand sowie eine schnelle Markteinführung der komplett neu entwickelten Dieselmotorenfamilie. Bereits seit März bietet Mercedes-Benz seinen Kunden bei Fahrzeugen der ­Kompaktklasse eine Verbesserung des NOx-Emissionsverhaltens für eine Motorvariante an. Um auch das Emissionsverhalten weiterer Baureihen wirkungsvoll zu verbessern, hat der Vorstand der ­Daimler AG im Juli die Ausweitung der Servicemaßnahmen auf über drei Millionen Mercedes-Benz Fahrzeuge beschlossen. Die Maßnahmen werden bei einem Großteil der EU5- und EU6-Fahrzeuge in Europa und weiteren Märkten in enger Zusammenarbeit mit den Zulassungsbehörden durchgeführt.Daimler wendet hierfür einen Betrag von rund 285 Mio. € auf. Die Servicemaßnahme wird für die Kunden kostenfrei durchgeführt. Auch für Kunden der V-Klasse führt das Unternehmen eine entsprechende freiwillige Servicemaßnahme durch. Im August 2017 wurde dieses Paket anlässlich eines Spitzentreffens von Politik und Automobilindustrie um zusätzliche Maßnahmen erweitert. Vertiefende Informationen hierzu finden Sie im Kapitel »Nichtfinanzieller Bericht«. (Vgl. Umweltbelange)

Ressourcenschonung: durchgehend hohe Recyclingfähigkeit

Um die Umweltverträglichkeit unserer Fahrzeuge zu erhöhen, arbeiten wir kontinuierlich an der Verringerung des Ressourcen­verbrauchs über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Während der Entwicklung eines Fahrzeugs erstellen wir für jedes Fahrzeugmodell ein Recyclingkonzept, in dem alle Bauteile und Werkstoffe auf ihre Eignung für die verschiedenen Stufen des Recyclingprozesses hin analysiert werden. Dadurch sind alle Mercedes-Benz Pkw-Modelle zu 85 % stofflich recyclingfähig und zu 95 % verwertbar.

Schwerpunkte unseres Engagements im Recyclingbereich sind dabei:

  • der Wiederverkauf geprüfter und zertifizierter Gebrauchtteile durch das Mercedes-Benz Gebrauchtteile Center (GTC),
  • die Aufarbeitung sogenannter Tauschteile (Remanufacturing),
  • das Werkstattentsorgungssystem MeRSy (Mercedes-Benz Recycling System).

Umweltschutz in der Produktion

Unser Engagement für die Umwelt ist integraler Bestandteil unserer auf langfristige Wertsteigerung ausgelegten Unternehmensstrategie. Vor diesem Hintergrund haben wir an unseren Produktionsstandorten Umweltmanagementsysteme mit dem Ziel etabliert, effiziente und qualitätsgerechte Leistung umweltschonend, sicher und rechtskonform zu erbringen. Des Weiteren werden Umweltrisikobewertungen an allen mehrheitlich im Besitz des Konzerns befindlichen Produktionsstandorten durchgeführt. Ein hohes Niveau der Luftreinhaltung, des Klimaschutzes und des Ressourcenschutzes (Wassernutzung, Abfallwirtschaft, Bodenschutz) ist erreicht und wird durch ­Daimler-Konzernstandards sichergestellt. Mit den vom Vorstand verabschiedeten Umwelt- und Energieleitlinien definiert ­Daimler seine Umwelt- und Energiepolitik und bekennt sich darin auch zu einem integrierten Umweltschutz. Dieser setzt an den Ursachen für Umweltbeeinträchtigungen an und berücksichtigt die Auswirkungen der Produktionsprozesse und Produkte auf die Umwelt bereits im Planungs- beziehungsweise Entwicklungsprozess. Vertiefende Informationen hierzu finden Sie im Kapitel »Nichtfinanzieller Bericht«. (Vgl. Umweltbelange)

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