Geschäftsbericht 2017

Automobilmärkte

Die globale Pkw-Nachfrage entwickelte sich weiterhin günstig. Bereits im achten Jahr in Folge war ein Anstieg des weltweiten Marktvolumens zu verzeichnen. Auch wenn sich aufgrund des hohen Marktniveaus die Wachstumsdynamik im Vergleich zum Vorjahr verlangsamte, war der Anstieg mit über 2 % weiterhin beachtlich. Zum weltweiten Zuwachs trugen erneut vor allem der chinesische und der westeuropäische Markt bei. Dagegen waren die Verkaufszahlen auf dem US-Markt leicht rückläufig. Wichtige Schwellenländer-Märkte konnten ihre Schwächephase überwinden und entwickelten sich im abgelaufenen Jahr wieder deutlich besser (vgl. Abbildung B.06).

Daimler GB2017 B.06 Automobilmaerkte weltweit

Den größten Beitrag zum weltweiten Marktwachstum steuerte erneut der chinesische Markt bei, auch wenn das Wachstum aufgrund des bereits sehr hohen Vorjahresniveaus deutlich geringer ausfiel als in den vergangenen Jahren. Zwar kam es zum Jahresende hin noch zu erheblichen Vorzieheffekten, weil die staatlichen Steuervergünstigungen für den Kauf von Pkw mit kleinen Motorisierungen im Januar 2018 wie angekündigt ausgelaufen sind. Insgesamt betrug der Marktzuwachs für das Gesamtjahr aber nur gut 3 %.

Die Pkw-Nachfrage in Europa bewegte sich leicht über dem Vor­jahresniveau. Der westeuropäische Markt hat mit der Erholung der vergangenen Jahre inzwischen wieder ein solides Niveau erreicht. Auf dieser Basis war ein leichter Zuwachs zu verzeichnen. Die meisten westeuropäischen Kernmärkte legten nochmals zu, lediglich der britische Markt ging nach dem Rekordniveau des Vorjahres um nahezu 6 % zurück. In Deutschland lagen die Verkaufszahlen um knapp 3 % über dem Vorjahresniveau. In Ost­europa hat sich die Marktsituation insgesamt deutlich verbessert. Verantwortlich hierfür war vor allem der russische Markt, der nach vier deutlich rückläufigen Jahren einen spürbaren Anstieg von rund 12 % verbuchen konnte.

Auch wenn der US-amerikanische Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge das Allzeithoch des Vorjahres mit einem Rückgang von knapp 2 % nicht ganz erreichte, bewegte sich die Nachfrage mit gut 17 Mio. Einheiten weiterhin auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Während die Verkäufe von Pickups und SUVs in Summe einen weiteren Anstieg verzeichneten, war die Nachfrage nach klassischen Limousinen vergleichsweise schwach. Der japanische Markt zeigte sich solide und legte um etwa 6 % zu. In Indien übertrafen die Verkaufszahlen das Vorjahresniveau signifikant. Der brasilianische Markt zeigte Erholungstendenzen und lag gut 9 % über dem Vorjahresniveau.

Die weltweite Nachfrage nach mittelschweren und schweren Lkw ließ im Berichtsjahr ihre konjunkturelle Schwächephase allmählich hinter sich und schwenkte im Jahresverlauf auf einen Erholungskurs ein. Im Gesamtjahr allerdings lag die Nachfrage in den für uns relevanten Märkten insgesamt nur leicht über dem Vorjahresniveau.

Die Erholung des nordamerikanischen Marktes gewann im zweiten Halbjahr an Dynamik. Weil sich die Nachfrage aber im ersten Halbjahr noch deutlich unter dem Vorjahresniveau bewegt hatte, wurde in den Gewichtsklassen 6–8 in Summe das Vorjahresniveau nur knapp übertroffen (+1 %). Die Verkaufszahlen im Segment der schweren Lkw (Klasse 8) lagen in etwa auf dem Vorjahresniveau.

Die Nachfrage in der Region EU30 (Europäische Union, Schweiz und Norwegen) konnte das solide Marktniveau des Vorjahres in etwa beibehalten. Dabei übertrafen die Verkaufszahlen in Westeuropa das Vorjahr leicht, in den zentral- und osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten war der Markt hingegen in Summe leicht rückläufig. Dank der etwas verbesserten volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen stabilisierte sich die Lkw-Nachfrage in Brasilien. Eine deutliche Erholung war allerdings noch nicht zu beobachten, sodass der Markt das sehr niedrigen Vorjahresniveau nur leicht übertraf. Nach dem drastischen Markteinbruch des Jahres 2016 verbesserten sich die Verkaufszahlen in der Türkei zwar im Jahresverlauf, insgesamt wurde aber auch hier das schwache Vorjahresergebnis nur leicht übertroffen. Der russische Lkw-Markt erholte sich und legte deutlich zweistellig zu.

Ein uneinheitliches Bild gaben die aus Sicht von Daimler wichtigsten asiatischen Märkte ab. Der japanische Markt für leichte, mittlere und schwere Lkw konnte das solide Vorjahresniveau knapp über­treffen (+1 %). Hingegen ging die Nachfrage nach mittelschweren und schweren Lkw in Indien um rund 10 % zurück. Die unterjährigen regulatorischen und steuerlichen Neuerungen sorgten für Unsicherheit und eine deutliche Kaufzurückhaltung, die in den letzten Monaten des Jahres nicht mehr wettgemacht wurde. In China legten die Lkw-Verkäufe erneut kräftig zu. Neben der günstigen Konjunkturentwicklung waren es hier aber vor allem regulatorische Maßnahmen, die viele Lkw-­Käufer zur Erneuerung des Fahrzeugbestands veranlassten.

Die Transporternachfrage hat sich in der Region EU30 im Jahr 2017 weiter positiv entwickelt. Dabei erhöhte sich das Marktvolumen für mittelgroße und große Transporter um 9 %. Bei den kleinen Transportern stieg die Nachfrage um 3 %. Auch in Deutschland ist der Transportermarkt im kombinierten Segment für mittelgroße und große Transporter insgesamt um 8 % gewachsen. In den USA war der Markt für große Transporter leicht rückläufig. In China war in dem von uns adressierten Marktsegment ebenfalls ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Ausgehend von einem niedrigen Niveau verzeichnete der Markt für große Transporter in Lateinamerika hingegen eine merkliche Belebung.

Bei den Bussen lag das Marktvolumen in der Region EU30 auf dem hohen Niveau des Vorjahres. In Lateinamerika (ohne Mexiko) hat sich die Situation aufgrund der Markterholung insbesondere in Brasilien deutlich verbessert; der brasilianische Busmarkt hat die Talsohle im Jahr 2016 überwunden und legte im Berichtsjahr um 10 % zu. Bedingt durch die weiterhin schwierige Situation blieb der Inlandsmarkt in der Türkei nochmals spürbar hinter dem Vorjahr zurück.

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