Geschäftsbericht 2017

Weltwirtschaft

Im Berichtsjahr erzielte die Weltwirtschaft mit einem realen Zuwachs von mehr als 3 % das stärkste Wachstum seit dem Jahr 2011 (vgl. Abbildung B.05). Diese erfreuliche Entwicklung wurde sowohl von den Industrie- als auch den Schwellenländern getragen: Erstmals seit einigen Jahren war der Aufschwung wieder vergleichs­weise synchron und breit angelegt. Deutlich verbessert zeigte sich die konjunkturelle Lage der Schwellenländer, die knapp zwei Drittel des globalen Wachstums verantworteten. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war der Anstieg der industriellen Rohstoffpreise, die im Jahresdurchschnitt betrachtet um rund ein Fünftel höher lagen als im Vorjahr. Die globale Wachstumsbeschleunigung ist umso bemerkenswerter, als die mit den geopolitischen Entwicklungen verbundenen Risiken weiterhin relativ hoch waren.

Daimler GB2017 B.05 Wirtschaftswachstum

Die Volkswirtschaften der Industrieländer profitierten ebenfalls von dem günstigen weltwirtschaftlichen Umfeld. Sie beschleunigten ihr Wachstumstempo auf etwas mehr als 2 %. Einen maßgeblichen Anteil daran hatte die US-Wirtschaft, die mit einem gesamtwirtschaftlichen Plus von rund 2,5 % das Vorjahresergebnis deutlich übertraf. Bei anhaltend stabilem Konsum war die Erholung der Unternehmensinvestitionen nach dem Rückgang im Vorjahr wesentlicher Motor dieser Entwicklung. Sehr er­freulich verlief auch die Konjunkturentwicklung in Japan: Dort legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um etwa 1,8 % zu.

Die Wirtschaft der Europäischen Währungsunion ist besonders hervorzuheben. Die Wachstumsrate von circa 2,5 % war eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Ausschlaggebend dafür war vor allem der höhere Beitrag des Außenhandels. Die Europäische Zentralbank (EZB) unterstützte diese Entwicklung nicht zuletzt auch wegen der weiterhin niedrigen Inflationsraten mit einer anhaltend expansiven Geldpolitik. Die deutsche Wirtschaft erreichte mit einem Plus von 2,2 % bereits das vierte Jahr in Folge einen im langjährigen Vergleich überdurchschnittlichen gesamtwirtschaftlichen Zuwachs. Trotz einer deutlichen Abschwächung beim privaten Konsum konnte die Wirtschaft Großbritanniens mit einer Wachstumsrate von 1,8 % die ökonomischen Konsequenzen der EU-Austrittsverhandlungen weiterhin begrenzt halten.

Mit einem realen Wirtschaftswachstum von gut 4,5 % konnten die Schwellenländer endlich die konjunkturelle Schwäche der beiden vorausgegangenen Jahre überwinden. Bemerkenswert war der Umschwung im südamerikanischen Wirtschaftsraum: Nach dem deutlichen Minus des Vorjahres war im Jahr 2017 immerhin ein leichter Zuwachs von gut 1 % zu verzeichnen. Spürbar war auch die Belebung der osteuropäischen Volkswirtschaften, die ihr Wachstumstempo vor allem aufgrund der Erholung der russischen Wirtschaft in etwa verdoppelten. Wenngleich die geld- und fiskalpolitischen Stimuli im Jahresverlauf verringert wurden, profitierte die chi­nesische Wirtschaft weiterhin von diesen Maßnahmen und konnte mit einem Zuwachs von 6,9 % das Vorjahrestempo sogar noch leicht übertreffen. Weiterhin angespannt und klar unter dem langfristigen Wachstumstrend blieb dagegen die Konjunktur im Mittleren und Nahen Osten.

Auch bei diesem günstigen weltwirtschaftlichen Umfeld blieben die Wechselkurse volatil. Der Kurs des US-Dollars zum Euro bewegte sich im Jahresverlauf zwischen 1,03 und 1,21. Zum Jahresende war der Euro mit 1,20 rund 14 % stärker als zum Jahresende 2016. Beim japanischen Yen ergab sich eine Schwankungsbreite zum Euro von 116 bis 135. Im Jahresend­vergleich ergab sich eine Aufwertung des Euro um rund 9 %. Mit einem Rückgang von circa 3,5 % verlor das britische Pfund zwar erneut gegenüber dem Euro, aber bei Weitem nicht mehr so stark wie im Vorjahr. Auch gegenüber anderen wichtigen Währungen wie dem russischem Rubel, dem brasilianischen Real und der türkischen Lira legte der Euro im Vergleich zum Jahresende 2016 zu, teilweise sogar zweistellig.

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