Geschäftsbericht 2017

Hohe Attraktivität als Arbeitgeber

Unsere Aktivitäten und Maßnahmen zur Steigerung der Arbeit­geberattraktivität zielen darauf ab, im Wettbewerb um fähige Talente ausreichend Fach- und Führungskräfte mit entsprechender Qualifikation für unser Unternehmen zu gewinnen und sie an das Unternehmen zu binden. Kernziele sind dabei, eine attraktive und faire Vergütung sicherzustellen sowie für eine Arbeitskultur zu sorgen, die die Leistungsfähigkeit, Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeitenden und Führungskräfte fördert.

Attraktive und faire Vergütung

Weltweit vergüten wir geleistete Arbeit in allen Konzerngesellschaften nach den gleichen Grundsätzen. Unsere globale Vergütungsrichtlinie, die für alle Mitarbeitergruppen gilt, legt Rahmenbedingungen und Mindestanforderungen für die Ausgestaltung der Vergütungssysteme fest, deren Einhaltung durch interne Audits stichprobenartig überprüft wird. Innerhalb des so abgesteckten Rahmens berücksichtigen wir auch die Gegebenheiten der lokalen Märkte, denn wir wollen markt- und branchenübliche Gehälter und Zusatzleistungen bieten. Die Höhe des Entgelts richtet sich nach den Aufgaben und Leistungen der Beschäftigten sowie nach ihrer Qualifikation und Erfahrung. Weder Geschlecht noch Herkunft, sondern allein Funktion und Verantwortung der Beschäftigten zählen für uns bei der Festlegung des Entgelts.

Das allgemeine Entgeltniveau liegt deutlich über den gesetzlichen Mindestlöhnen, die für viele Standorte gelten. Im Fall tariflicher Bindungen gewähren die Daimler AG und ihre Konzerngesellschaften meist zusätzlich freiwillige Leistungen, die mit den jeweiligen Arbeitnehmervertretungen vereinbart werden. Hierzu gehören vor allem arbeitgeberfinanzierte Beiträge zur Altersversorgung sowie eine Beteiligung am Erfolg der jeweiligen Gesellschaft. So erhalten die anspruchsberechtigten Mitarbeiter bei der Daimler AG für das Jahr 2017 eine Erfolgsbeteiligung in Höhe von 5.700 € (i. V. 5.400 €). Darüber hinaus können unsere Beschäftigten vielfältige sportliche sowie soziale Einrichtungen in Anspruch nehmen – von Plätzen in einer der Kindertagesstätten für den Nachwuchs bis hin zur Sozialberatung in persönlichen Notlagen.

Im Jahr 2017 wurden im Konzern 18,2 (davon Daimler AG 11,5) Mrd. € für Löhne und Gehälter, 3,3 (davon Daimler AG 1,8) Mrd. € für soziale Sicherheit und 0,7 (davon Daimler AG 0,6) Mrd. € für Altersversorgung bei einer durchschnittlichen Belegschaft von 289.530 (davon Daimler AG 151.091) aufgewendet.

Moderne Arbeitsbedingungen

Arbeitszeit, Arbeitsort, Arbeitsumfeld, der Grad der Selbstbestimmung der Beschäftigten und eine moderne Führungskultur prägen die Arbeitsbedingungen zunehmend. Für unsere Beschäftigten gilt in der Regel eine tarifvertraglich oder betrieblich festgelegte Arbeitszeit. Mehrarbeit in Deutschland erfolgt grundsätzlich nur im Rahmen einer vorausschauenden Bedarfsplanung und muss grundsätzlich von den Arbeitnehmervertretern genehmigt werden. Generell legen wir Arbeitszeiten so an, dass das Gehalt auch bei phasenweise wechselndem Arbeitsumfang stabil bleibt. Dafür sorgt ein Zeitkontensystem.

Flexibel arbeiten

Die heutigen Lebens- und Arbeitsbedingungen fordern eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit nach individuellen Bedürfnissen. Unser Ansatz lautet deshalb: Leistung fordern und fördern, nicht Anwesenheit. So stärken wir die Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeitenden und Führungskräfte gerade im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Auch über die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten unterstützen wir die Flexibilität und Selbstbestimmung der Beschäftigten. Seit Dezember 2016 gilt bei der Daimler AG hierzu eine Gesamtbetriebsvereinbarung. Sie gewährt ein Recht auf mobiles Arbeiten, sofern es die Arbeitsaufgabe erlaubt.

Daneben fördern wir das Job-Sharing, bei dem sich zwei Beschäftigte eine Aufgabe oder eine Stelle teilen und gemeinsam bis zu 60 Wochenstunden arbeiten können. Gerade für Führungskräfte ist dies ein Weg, Beruf und Privatleben zu vereinbaren.

Betriebsvereinbarungen der Daimler AG erlauben es den Mitarbeitenden überdies, ihre Berufstätigkeit mehrere Jahre lang für eine Qualifizierungsmaßnahme, ein Sabbatical oder für die häusliche Pflege eines Angehörigen zu unterbrechen – mit der Zusage, danach wieder bei der Daimler AG einsteigen zu können.

Wir ermutigen alle Beschäftigten in Elternzeit, anschließend an ihren Arbeitsplatz im Unternehmen zurückzukehren, denn wir wollen nicht auf ihr Wissen und ihre Erfahrung verzichten. Mit circa 710 betriebsnahen Krippen- und circa 180 Kooperationsplätzen in Deutschland sowie einer Zusammenarbeit für die Vermittlung von Kinderbetreuung unterstützen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei, passende Lösungen für die Betreuung ihres Nachwuchses zu finden.

Im Jahr 2017 nahmen rund 3.950 Beschäftigte der Daimler AG das Angebot der Elternzeit wahr. Die Möglichkeit einer Freistellungsphase nutzten rund 500 Beschäftigte. Über 160 Beschäftigte auf Team- und Abteilungsebene arbeiteten Ende 2017 in einem Job-Sharing-Modell.

Leadership 2020 – Weiterentwicklung der Führungskultur

Unser Geschäft verändert sich rasant. Um auch in Zukunft erfolgreich zu bleiben, verändern wir unsere Zusammenarbeit und Führungskultur. Deshalb haben wir im Jahr 2016 die Initiative Leadership 2020 gestartet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 40 Nationen, verteilt über alle Führungsebenen, arbeiten an der künftigen Daimler-Führungskultur. Orientierung geben dabei neue Führungsprinzipien, die das Unternehmen unter anderem schneller und flexibler machen sollen sowie Innovationskraft stärker fördern. In acht sogenannten Game Changern werden gezielt Abläufe, Prozesse und Strukturen hinterfragt und verändert. In den Vorstandssitzungen der Daimler AG wird regelmäßig über das Voranschreiten der Initiative diskutiert und über notwendige Weichenstellungen entschieden.

Leadership 2020 Summit@Daimler (DE)

Erfolgreiche Mitarbeiterbefragung

Ein wichtiger Gradmesser dafür, wo wir aus Sicht unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktuell stehen – und was wir künftig noch besser machen können –, ist unsere konzernweite Mitarbeiterbefragung. Im September 2016 waren fast 263.000 Beschäftigte in mehr als 40 Ländern eingeladen, ihre Meinung abzugeben. Eine ausgezeichnete Beteiligungsquote von 76 % unterstreicht das Interesse und die Bereitschaft der Belegschaft, sich in die Weiterentwicklung des Unternehmens aktiv einzubringen. Insgesamt zeigten sich deutlich verbesserte Ergebnisse im Vergleich zu den Befragungen der Vorjahre. An einzelnen Produktionsstandorten in einzelnen Ländern wurden Handlungsfelder in den Bereichen Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Kommunikation, individuelle Entwicklungsmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen identifiziert, die im Rahmen des Folgeprozesses bearbeitet werden. Im Jahr 2018 werden wir die Mitarbeiterbefragung neu gestalten, mit dem Ziel die kulturelle Weiterentwicklung des Unternehmens zu messen und zu fördern.

Die hohe Bindung unserer Mitarbeiter an unser Unternehmen zeigt sich auch in der Betriebszugehörigkeit: Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der Daimler-Beschäftigten ist im Berichtsjahr leicht gesunken und erreichte 16,1 Jahre (i. V. 16,3 Jahre). In Deutschland waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Jahresende 2017 im Durchschnitt seit 19,5 (i. V. 19,5) Jahren bei Daimler beschäftigt, in der Daimler AG seit 20,3 (i. V. 20,1) Jahren. Außerhalb Deutschlands lag die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit bei 11,0 (i. V. 11,3) Jahren. Unsere weltweite Fluktuationsrate lag im Jahr 2017 bei 5,1 % (2016: 6,7 %).

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Partnerschaft mit den Beschäftigten