Geschäftsbericht 2017

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, Daimler ist ein erfolgreiches und starkes Unter­nehmen. Das Geschäftsjahr 2017 hat die Daimler AG trotz vielfältiger Herausforderungen erneut mit hervorragenden Ergebnissen abgeschlossen und wie in den zurückliegenden Jahren solide Gewinne erwirtschaftet. Deshalb können wir unser Kerngeschäft stärken und gleichzeitig in neue Technologien und Geschäfte investieren. Aus einer Position der Stärke heraus hat das Unter­nehmen einen tief greifenden Veränderungsprozess initiiert. Daimler gestaltet aktiv die Zukunft der Mobilität.

Überwachungs- und Beratungstätigkeit des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der Daimler AG hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben in vollem Umfang wahrgenommen. Dabei hat das Gremium den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens fortlaufend beraten und über­wacht und bei strategisch wichtigen Fragestellungen zur Weiter­entwicklung des Unternehmens begleitet. Der Aufsichtsrat hat geprüft, ob der Jahres- und Konzernabschluss, der zusammengefasste Lagebericht und die weitere Finanzberichterstattung den geltenden Anforderungen entsprechen. Darüber hinaus hat er nach sorgfältiger Prüfung und Beratung zahlreiche seiner Zustimmung unterliegende Geschäftsvorfälle gebilligt. Neben der Zustimmung zur weiteren Prüfung und Einleitung erster vorbereitender Maßnahmen zur Stärkung der divisionalen Struktur durch Bildung rechtlich selbstständiger Einheiten im Rahmen der Weiterentwicklung der Konzernstrukturen von Daimler gehörten dazu unter anderem die Finanz- und Investitionsplanung, bedeutende Eigenkapitalmaßnahmen in Konzerngesellschaften, wesentliche Einzelinvesti­tionen sowie Vertragsabschlüsse mit besonderer Bedeutung für das Unternehmen. Über eine Vielzahl weiterer Maßnahmen und Geschäftsvorfälle hat der Vorstand den Aufsichtsrat informiert und diese mit ihm intensiv und detailliert erörtert, so beispielsweise den umfassenden Zukunftsplan für Dieselantriebe, der vom Vorstand im Juli 2017 verabschiedet wurde. Schließlich berichtete der Vorstand dem Aufsichtsrat laufend über den aktuellen Stand der wesentlichen rechtlichen Verfahren.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig über alle maßgeblichen wirtschaftlichen Entwicklungen des Konzerns und der Geschäftsfelder. Er unterrichtete den Aufsichtsrat im Berichtszeitraum fortlaufend über alle grundsätzlichen Fragen der Unternehmensplanung einschließlich der Finanz-, Investitions-, Absatz- und Personalplanung, aktuelle Entwicklungen bei Konzerngesellschaften, die Umsatzentwicklung, die Lage der Gesellschaft und der Geschäftsfelder sowie über die rechtlichen Risiken. Zudem berichtete der Vorstand dem Aufsichtsrat kontinuierlich über die Renta­bilität des Eigenkapitals und die Liquiditätssituation des Unternehmens, die Entwicklung der Absatz- und Beschaffungsmärkte, die gesamtwirtschaftliche Situation und die Entwick­lungen an den Kapitalmärkten und im Finanzdienstleistungsbereich. Weitere Themen waren die Weiterentwicklung des Produktportfolios, die langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sowie die weitere Umsetzung der Maß­nahmen zur Sicherstellung einer nachhaltigen, zukunftsweisenden Mobilität. Der Aufsichtsrat hat sich im Einzelnen auch mit der Aktienkursentwicklung und deren Hintergründen sowie den erwarteten Wirkungen der strategischen Vorhaben auf die Kursentwicklung befasst.

Daimler ist ein starkes und erfolgreiches Unternehmen und hat die Umsetzung seiner Strategie auch im Geschäftsjahr 2017 konsequent vorangetrieben. Die finanzielle Stärke und solide Bilanz des Unternehmens machen es möglich, unsere Wachstumsstrategie fortzusetzen und gleichzeitig eine attraktive Dividende für unsere Aktionäre auszuschütten. Neben dem Kerngeschäft haben wir unter dem Begriff CASE die Themen »Connected«, »Autonomous«, »Shared & Services« und »Electric« zusammengefasst. Aus einer Position der Stärke heraus haben wir einen tief greifenden Veränderungsprozess initiiert, um die anstehenden, grundlegenden Veränderungen, die der Automobilindustrie in den nächsten Jahren bevorstehen, mit­gestalten zu können. Dafür werden in den kommenden Jahren hohe Vorleistungen erbracht werden. Daimler hat im Jahr 2017 mit der Präsentation wichtiger Produkte und Konzeptfahrzeuge im Kerngeschäft wie im Bereich CASE hohe Kompetenz gezeigt. Aufsichtsrat und Vorstand sind überzeugt, dass die neuen Herausforderungen sowohl einen Kulturwandel als auch eine veränderte Struktur erfordern. Der Kulturwandel wurde unter Einbeziehung aller Mitarbeitergruppen initiiert. Nun wird auf allen Ebenen daran gearbeitet, den Wandel umzusetzen, um für die vor uns liegenden Herausforderungen gerüstet zu sein. Daimler wird schneller, flexibler und digitaler und sichert so seine künftige Stärke. Deshalb wurde insbesondere auch mit der Prüfung und Einleitung erster vorbereitender Maßnahmen zur Stärkung der divisionalen Struktur durch Bildung rechtlich selbstständiger Einheiten begonnen. Der Aufsichtsrat unterstützt alle diese Schritte nachdrücklich.

Arbeitskultur und Themen der Aufsichtsratstätigkeit

Im Geschäftsjahr 2017 trat der Aufsichtsrat zu neun Sitzungen zusammen. Die Sitzungsteilnahme der Mitglieder lag wieder auf hohem Niveau. Sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats haben im abgelaufenen Geschäftsjahr an deutlich mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen sie angehören, teilgenommen. Die Aufsichtsratsarbeit war von einem offenen und intensiven Austausch geprägt. Auf anstehende Beschlüsse bereiteten sich die Aufsichtsratsmitglieder regelmäßig anhand von Unterlagen vor, die der Vorstand vorab zur Verfügung gestellt hatte. Die Arbeitnehmer- und Anteilseignervertreter bereiteten die ­Sitzungen zudem regelmäßig in getrennten Gesprächen vor, an denen auch Mitglieder des Vorstands teilnahmen. Der Aufsichtsrat wurde von seinen Ausschüssen intensiv unterstützt, und die Mitglieder des Aufsichtsrats erörterten die zur Entscheidung anstehenden Maßnahmen und Geschäfte jeweils intensiv mit dem Vorstand. Für die Sitzungen wurden regelmäßig Executive Sessions anberaumt, um Themen auch in Abwesenheit des Vorstands besprechen zu können.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands nahmen außerhalb der regulären Sitzungen zusätzlich bilaterale Termine zum Meinungsaustausch wahr. Über die wichtigsten Indikatoren der Geschäftsentwicklung und bestehende Risiken unterrichtete der Vorstand den Aufsichtsrat auch durch schriftliche Berichte und legte ihm die Zwischenfinanzberichte vor. Auch zwischen den Sitzungen wurde der Aufsichtsrat über besondere Vorgänge in Kenntnis gesetzt.

Für ihre Aufgaben erforderliche Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, wie zum Beispiel zu Fragen der Corporate Governance sowie zu Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen und zu neuen Produkten und zukunftsweisenden Technologien, nehmen die Mitglieder des Aufsichtsrats eigenverantwortlich wahr und werden dabei von der Gesellschaft unterstützt. Neue Mitglieder des Aufsichtsrats haben in einem eigens dafür vorgesehenen Onboarding-Programm Gelegenheit, die Mitglieder des Vorstands und weitere Führungskräfte zu einem bilateralen Austausch über aktuelle Themen der jeweiligen Vorstands­bereiche zu treffen und sich so einen Überblick über die relevanten Themen des Unternehmens zu verschaffen.

In seiner Sitzung am 1. Februar 2017 hat der Aufsichtsrat im Beisein von Vertretern des Abschlussprüfers die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzernabschlusses 2016 sowie den Gewinnverwendungsvorschlag an die Hauptversammlung 2017 erörtert und zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Aufsichtsrat stellte fest, dass keine Einwendungen gegen die Veröffentlichung bestehen. Die vorläufigen Kennzahlen zum Geschäftsjahr 2016 und der Gewinnverwendungsvorschlag wurden in der Jahrespressekonferenz am 2. Februar 2017 veröffentlicht.

In der Aufsichtsratssitzung am 10. Februar 2017 entschied der Aufsichtsrat zunächst über die Personalia des Vorstands. Anschließend behandelte der Aufsichtsrat den jeweils vom Abschlussprüfer mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschluss der Gesellschaft, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2016 sowie die Berichte des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats, die mit dem Corporate Governance Bericht zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung, den Vergütungsbericht und den Gewinnverwendungsvorschlag. Zur Vorbereitung standen den Aufsichtsratsmitgliedern umfangreiche Unterlagen zur Verfügung.

Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat haben diese Unterlagen eingehend behandelt und im Beisein des Abschlussprüfers, der über die Ergebnisse seiner Prüfung berichtete und für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung stand, intensiv erörtert. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und seiner eigenen Prüfung schloss sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an. Er stellte fest, dass Einwendungen nicht zu erheben waren, billigte die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse und den zusammengefassten Lagebericht und stellte somit den Jahresabschluss 2016 fest. Auf dieser Grundlage hat sich der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat den Bericht des Aufsichtsrats, die mit dem Corporate Governance Bericht zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung und den Vergütungsbericht sowie seine Beschlussvorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordentlichen Hauptversammlung 2017 verabschiedet.

Im Zusammenhang mit der der Hauptversammlung vorgeschlagenen Anpassung der Aufsichtsratsvergütung hat der Aufsichtsrat eine Selbstverpflichtung der Aufsichtsratsmitglieder zum Erwerb von Daimler-Aktien vorgesehen. Darin erklären die Mitglieder des Aufsichtsrats gegenüber dem Aufsichtsrat, jährlich für jeweils 20 % ihrer angepassten Aufsichtsratsvergütung (exklusiv Ausschussvergütung und Sitzungsgeld und vor Abzug von Steuern) Aktien der Gesellschaft zu erwerben und mindestens bis zum Ablauf eines Jahres nach ihrem Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat der Gesellschaft zu halten (Selbstverpflichtung nach dem Prinzip comply or explain). Dies gilt nicht für Aufsichtsratsmitglieder, deren Aufsichtsratsvergütung aufgrund verpflichtender oder freiwilliger Anwendung den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes zur Abführung an die Hans-Böckler-Stiftung unterliegt oder in entsprechendem Umfang aufgrund Dienst– oder Arbeitsvertrages an den Arbeitgeber abzuführen oder auf den vertraglichen Entgeltanspruch anzurechnen ist. Alle Aufsichtsratsmitglieder, die keiner Abführungs- beziehungsweise Anrechnungspflicht im beschriebenen Sinne unterliegen, haben die Selbstverpflichtung 2017 abgegeben.

In seiner Sitzung vom 10. Februar 2017 befasste sich der Aufsichtsrat ferner noch mit Fragen der Corporate Governance und erörterte die Ergebnisse der im Geschäftsjahr 2016 durchgeführten Effizienzprüfung, die erneut eine sehr gute und ­konstruktive Zusammenarbeit innerhalb des Aufsichtsrats und mit dem Vorstand bestätigten. Grundsätzlicher Handlungs- oder Veränderungsbedarf hat sich nicht gezeigt, vielmehr wurden einzelne Anregungen zur weiteren Optimierung gegeben, die im Laufe des Geschäftsjahres umgesetzt wurden. Darüber hinaus behandelte der Aufsichtsrat die Vorstandsvergütung und genehmigte die in der Sitzung vorgestellten sonstigen Mandate und Nebentätigkeiten der Vorstandsmitglieder. Schließlich befasste sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung auch nochmals mit der Frage, ob im Zusammenhang mit dem Kartellverfahren der Europäischen Kommission gegen Lkw-Hersteller Schadensersatzansprüche gegen ehemalige oder amtierende Vorstandsmitglieder geltend zu machen sind. Auf der Grundlage der bis dahin unter Inanspruchnahme einer unabhängigen Rechtsanwaltskanzlei veranlassten, mehrfach aktualisierten Prüfungen, einer weiteren Prüfung durch einen unabhängigen Rechtswissenschaftler und eingehenden dem Gesellschaftswohl Rechnung tragenden Erörterungen im Aufsichtsrat hielt dieser auf der bestehenden Erkenntnisgrundlage an der bisherigen Beschlussfassung fest, derzeit keine Ansprüche geltend zu machen. An dieser Beschlusslage hat sich auch im weiteren Jahresverlauf nichts geändert.

Auf der Tagesordnung der Hauptversammlung am 29. März 2017 standen unter anderem die Wiederwahl von Dr. ­Clemens Börsig und die Wahl von Bader Mohammad Al Saad als Vertreter der Anteilseigner. In der sich anschließenden ­Aufsichtsratssitzung wurde Dr. Clemens Börsig wieder in den Prüfungsausschuss gewählt und zu seinem Vorsitzenden bestimmt.

In einer weiteren Sitzung Ende April 2017 ließ sich der Aufsichtsrat eingehend zu den aktuellen rechtlichen Themen, unter anderem auch in Bezug auf die Anfragen, Ermittlungen, Untersuchungen und Verfahren im Zusammenhang mit dem Thema Dieselabgasemissionen, berichten. Ferner informierte sich der Aufsichtsrat über aktuelle Geschäftsentwicklungen in China und Brasilien sowie die jeweiligen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen und diskutierte diese eingehend mit dem Vorstand.

In der Sitzung Ende Juli 2017 informierte der Vorstand den Aufsichtsrat über die Prüfung der generellen Machbarkeit und die Vor- und Nachteile der Möglichkeit, die divisionale Struktur des Konzerns durch rechtlich selbstständige Einheiten abzubilden. Ferner erörterte der Aufsichtsrat in dieser Sitzung mit dem Vorstand im Detail den Geschäftsverlauf und die Ergebnisse des ersten Halbjahres und informierte sich eingehend über die aktuellen rechtlichen Themen sowie die in der Presse erhobenen Kartellvorwürfe gegen die deutsche Automobilindustrie. Schließlich befasste sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung auch mit der neuen Produktplattform für Baufahrzeuge von Western Star und genehmigte diese.

In einer anschließend stattfindenden gemeinsamen Sitzung des Aufsichtsrats mit dem Beirat für Integrität und Unternehmensverantwortung diskutierten die Teilnehmer über die Rolle des Beirats sowie über den kulturellen Wandel, der für Daimler einen wichtigen Erfolgsfaktor darstellt, am Beispiel von Leadership 2020 und Integrität.

Strategiesitzung des Aufsichtsrats

Während eines zweitägigen Strategie-Workshops in Sindel­fingen informierte sich der Aufsichtsrat Ende September 2017 über den Stand der Transformation bezogen auf die einzelnen Geschäftsfelder. Der Aufsichtsrat diskutierte mit dem Vorstand darüber, wie aus dem bisherigen Kerngeschäft und den neuen, unter dem Begriff CASE zusammengefassten Geschäften die künftigen Herausforderungen gemeistert und die Mobilität von morgen gestaltet werden sollen. Dabei wurde auf die vier Bereiche von CASE »Connected«, »Autonomous«, »Shared & Services« und »Electric« eingegangen und anhand von Beispielen erläutert, wo Daimler in diesen Bereichen aktuell steht. Zu »Connected« wurde dabei auch über mercedes.me und die Fleetboard-Lösungen, zu »Autonomous« unter anderem über die Kooperation zwischen Daimler und Bosch und zu »Shared & Services« auch über die Mobilitätsdienstleistungen informiert. In Bezug auf »Electric« wurden insbesondere die Marke und die Markenstrategie zu EQ sowie der Übergang zur E-Mobilität mit dem Vorstand diskutiert. Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands haben unter Einbeziehung der für die dargestellten Themen verantwortlichen Führungskräfte in kon­struk­tivem und offenem Dialog erörtert, wie sich Daimler auf neue Herausforderungen einstellen wird und welche Weiterentwicklungen bevorstehen. Dabei wurde auch auf das sich verändernde Wettbewerbsumfeld eingegangen. Im Rahmen einer Fahrzeugausstellung wurden dem Aufsichtsrat zudem verschiedene Exponate präsentiert. Außerdem informierte sich der Aufsichtsrat in der Sitzung ausführlich über die aktuellen rechtlichen The­men sowie über das Technical Compliance Management bei ­Daimler. Ferner diskutierte das Gremium die wesentlichen finanziellen Kennzahlen und die Ziele für den Konzern und die Geschäftsfelder.

Mitte Oktober 2017 informierte sich der Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung über den aktuellen Stand der Prüfungen zu den künftigen Geschäftsstrukturen bei Daimler. Ende Oktober erteilte der Aufsichtsrat seine Zustimmung zur weiteren Prüfung und zur Einleitung erster vorbereitender Maßnahmen zur Stärkung der divisionalen Struktur.

Sitzung zur Operativen Planung 2018/2019

Am Vortag der Sitzung im Dezember 2017 hatten die Mitglieder des Aufsichtsrats Gelegenheit, an einer Produktpräsentation teil­zunehmen und sich über neue Fahrzeugmodelle, Designstudien und zukunftsweisende Technologien zu informieren. Im Rahmen der eigentlichen Sitzung am 7. Dezember 2017 befasste sich das Gremium unter anderem mit der aus der EU-CSR-Richtlinie resultierenden Umsetzung der nichtfinanziellen Berichterstattung bei Daimler und beschloss diesbezüglich die Durchführung einer freiwilligen inhaltlichen Prüfung durch die KPMG im Rahmen einer Limited Assurance. Sodann beschloss das ­Gremium die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung 2018. Im weiteren Verlauf der Sitzung behandelte und verabschiedete der Aufsichtsrat auf Basis einer umfassenden Dokumentation die Operative Planung für die Jahre 2018 und 2019. Dabei diskutierte er bestehende Chancen und Risiken sowie das Risikomanagement des Unternehmens.

Ferner befasste sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung auch mit verschiedenen Eigenkapitalzuführungen bei Konzerngesellschaften, unter anderem bei der Daimler India Commercial Vehicles Pvt. Ltd., und stimmte den Vorhaben zu. Anschließend informierte sich das Gremium eingehend zum Stand der Prüfung und zur Einleitung erster vor­bereitender Maßnahmen zur Stärkung der divisionalen Struktur. Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war die Information zu den aktuellen rechtlichen Themen, unter anderem in Bezug auf die Anfragen, Ermittlungen, Untersuchungen und Verfahren im Zusammenhang mit dem Thema Dieselabgasemissionen. Im weiteren Verlauf der Sitzung beschäftigte sich das Gremium mit Leadership 2020 und der Personalstrategie Digitalisierung, ­insbesondere den Initiativen rund um die Rekrutierung digitaler Talente, die digitale Qualifizierung der Mitarbeiter und die Digitalisierung von HR-Tools. Ferner stimmte der Aufsichtsrat der Bildung eines Steering Committees zu den CASE-Zukunftsthemen innerhalb des Vorstands zu. Weitere Gegenstände der Dezember-Sitzung bildeten Angelegenheiten der Corporate Governance auch in Bezug auf die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und Themen der Vorstandsvergütung. Schwerpunkte waren dabei die Anforderungsprofile einschließlich Diversitätskonzepte für Vorstand und Aufsichtsrat, die in der mit dem Corporate Governance Bericht zusammengefassten Erklärung zur Unternehmens­führung erläutert werden. Abschließend beschäf­tigte sich der Aufsichtsrat vorausschauend mit Schwerpunktthemen für das Geschäftsjahr 2018 und mit der Planung einer Auslandssitzung des Aufsichtsrats im Jahr 2018.

Corporate Governance und Entsprechenserklärung

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2017 befasste sich der Aufsichtsrat kontinuierlich mit den Standards guter Corporate Governance.

In seiner Sitzung im Dezember 2017 hat der Aufsichtsrat die Entsprechenserklärung 2017 zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG verabschiedet. Mit der dort erläuterten Ausnahme wurde und wird allen Empfehlungen des Kodex entsprochen. In derselben Sitzung hat der Aufsichtsrat die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat und seine Ausschüsse aktualisiert.

Im Sinne guter Corporate Governance sind die Aufsichtsratsmitglieder der Daimler AG verpflichtet, Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern der Daimler AG oder bei sonstigen Dritten entstehen können, dem Gesamtgremium offenzulegen.

Im Geschäftsjahr 2017 hat es keine Hinweise auf tatsächliche Interessenkonflikte gegeben. Zur Vermeidung punktueller ­Interessenkonflikte haben Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäfts­jahr 2017 auf eine Teilnahme an der Behandlung einzelner Tagesordnungspunkte verzichtet: Dr. Bernd Bohr, Dr. Jürgen Hambrecht und Dr. Bernd Pischetsrieder haben die Sitzungen während der Erörterung rechtlicher Statusberichte rund um das Thema Dieselabgasemissionen verlassen. Im Ergebnis bestanden damit im Berichtszeitraum in Erfüllung der Zielsetzung des Aufsichtsrats für mindestens die Hälfte der Anteilseignervertreter und für mindestens 15 Mitglieder des Gesamtgremiums keine Interessenkonflikte.

Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen

Für paritätisch mitbestimmte Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen wie jenen der Daimler AG sieht das Aktiengesetz für Neubesetzungen eine verbindliche Frauenquote von mindestens 30 % vor. Die Quote ist vom Aufsichtsrat insgesamt zu erfüllen. Widerspricht die Seite der Anteilseigner- oder Arbeitnehmervertreter vor der Wahl der Gesamterfüllung gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden, so ist der Mindestanteil für diese Wahl von der Seite der Anteilseigner und der Seite der Arbeitnehmer getrennt zu erfüllen.

Im Aufsichtsrat der Daimler AG sind auf Anteilseignerseite mit Sari Baldauf, Andrea Jung und Petraea Heynike zum 31. Dezember 2017 30 % Frauen und 70 % Männer vertreten. Auf Arbeitnehmerseite sind es zu diesem Zeitpunkt mit Elke Tönjes-Werner und Sibylle Wankel 20 % Frauen und 80 % Männer. Der Aufsichtsrat hat sich in seiner Sitzung am 7. Dezember 2017 mit den konkreten Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung 2018 befasst und vor diesem Hintergrund erörtert, dass die Anteilseigner- und Arbeitnehmerseite den gesetzlich geforderten Frauenanteil getrennt erreichen sollen. Die Anteilseignervertreter und Arbeitnehmervertreter haben insoweit jeweils erklärt, dass sie der Gesamterfüllung der gesetzlichen Geschlechterquote widersprechen. Anschließend hat der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Nominierungsausschusses beschlossen, der Hauptversammlung 2018 vorzuschlagen, Sari Baldauf und Dr. Jürgen Hambrecht erneut und Marie Wieck erstmals in den Aufsichtsrat zu wählen. Marie Wieck ist General Manager bei IBM Blockchain. Im Falle der Wahl der vorgeschlagenen Kandidaten bleibt die gesetzliche Frauenquote auf Anteilseignerseite erfüllt, soweit sich keine sonstigen Veränderungen ergeben. Die nächste Wahl von Arbeitnehmervertretern in den Aufsichtsrat wird ebenfalls im Jahr 2018 stattfinden.

Für die Zusammensetzung des Vorstands hat der Aufsichtsrat im Dezember 2016 eine Zielsetzung für den Frauenanteil von mindestens 12,5 % bestimmt, die bis zum 31. Dezember 2020 gültig sein soll.

Die Corporate Governance bei Daimler wird mit der Erklärung zur Unternehmens­führung  im zusammengefassten Corporate Governance Bericht und im Vergütungsbericht des Geschäftsberichts ausführlich erläutert.

Arbeit in Ausschüssen

Der Präsidialausschuss ist im vergangenen Geschäftsjahr zu acht Sitzungen zusammengekommen. Dabei behandelte er insbesondere Corporate Governance Themen und Vergütungsfragen sowie Personalangelegenheiten des Vorstands. Wie in den Vorjahren bildeten Compliance-Ziele einen Teil der individu­ellen Zielvereinbarungen der Vorstandsmitglieder. Erneut wurden auch weitere nichtfinanzielle Zielvorgaben als Bemessungsgrundlage herangezogen. Für das vergangene Geschäftsjahr waren dies die Weiterentwicklung und Verstetigung des Unternehmenswerts Integrität, Diversity im Sinne der Erhöhung des Anteils von Frauen in Managementpositionen sowie der Erhalt und die Steigerung einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit und einer hohen Produktqualität.

Der Prüfungsausschuss trat im Jahr 2017 zu sechs Sitzungen zusammen. Einzelheiten sind dem Bericht des Prüfungsausschuss zu entnehmen.

Der Nominierungsausschuss hat im Geschäftsjahr 2017 in zwei Sitzungen die Empfehlungen für die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung 2018 erarbeitet. Die Vorschläge orientieren sich unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles am Unternehmensinteresse und streben die Ausfüllung des gesamthaften Anforderungsprofils ­einschließlich Kompetenzprofil und Diversitätskonzept für den Gesamtaufsichtsrat an.

Im Berichtszeitraum bestand kein Anlass, den Vermittlungsausschuss einzuberufen.

Veränderungen im Aufsichtsrat und im Vorstand

In den Sitzungen im Dezember 2016 und am 10. Februar 2017 beschlossen die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat auf Grundlage einer entsprechenden Empfehlung des Nominierungsausschusses den Vorschlag an die Hauptversammlung 2017, Dr. Clemens Börsig und Bader Mohammad Al Saad in den Aufsichtsrat zu wählen. Dr. Bernd Bohr hatte zuvor erklärt, sein Aufsichtsratsmandat im Interesse des Unternehmens mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung 2017 niederzu­legen. Der Aufsichtsrat hatte seine Absicht erklärt, Dr. Bernd Bohr in den nächsten zwei Jahren zur erneuten Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen.

Bader Mohammad Al Saad und Dr. Clemens Börsig wurden am 29. März 2017 von der Hauptversammlung bis zum Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2021 beschließt, als Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat gewählt.

In der Aufsichtsratssitzung am 10. Februar 2017 wurde Ola ­Källenius mit Wirkung vom 1. Januar 2018 für die Dauer von weiteren fünf Jahren zum Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für das Ressort »Konzernforschung & Mercedes-Benz Cars Entwicklung«, bestellt.

Im Vorfeld dieser Sitzung hatte Dr. Wolfgang Bernhard, der bis Februar 2018 zum Mitglied des Vorstands, verantwortlich für das Ressort »Daimler Trucks & Buses«, bestellt war, erklärt, für eine Verlängerung nicht zur Verfügung zu stehen. Die Bestellung von Dr. Wolfgang Bernhard wurde mit Wirkung zum Ablauf des 10. Februar 2017 beendet. Bis zur Bestellung des Nachfolgers übernahm der Vorsitzende des Vorstands Dr. Dieter Zetsche die Leitung des Ressorts.

In seiner außerordentlichen Sitzung Ende Februar 2017 bestellte der Aufsichtsrat Martin Daum mit Wirkung ab dem 1. März 2017 für die Dauer von fünf Jahren bis zum 28. Februar 2022 zum Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für das Ressort »Daimler Trucks & Buses«.

In der Sitzung im Dezember 2017 beschlossen die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat auf Grundlage einer entsprechenden Empfehlung des Nominierungsausschusses den Vorschlag an die Hauptversammlung 2018, Sari Baldauf, Dr. Jürgen Hambrecht und Marie Wieck in den Aufsichtsrat zu wählen.

In der Aufsichtsratssitzung vom 9. Februar 2018 wurde Renata Jungo Brüngger mit Wirkung vom 1. Januar 2019 für die Dauer von weiteren fünf Jahren zum Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für das Ressort »Integrität und Recht« bestellt.

Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses

Der Jahresabschluss der Daimler AG sowie der für die Daimler AG und den Konzern zusammengefasste Lagebericht 2017 sind ordnungsgemäß von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Dies gilt auch für den nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss 2017.

In einer Sitzung des Aufsichtsrats am 31. Januar 2018 wurden im Beisein von Vertretern des Abschlussprüfers die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzernabschlusses 2017 sowie der Gewinnverwendungsvorschlag an die Hauptversammlung 2018 erörtert und zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Aufsichtsrat stellte fest, dass keine Einwendungen gegen die Veröffentlichung bestehen. Die vorläufigen Kennzahlen zum Geschäftsjahr 2017 und der Gewinnverwendungsvorschlag wurden in der Jahrespressekonferenz am 1. Februar 2018 veröffentlicht.

In der Sitzung am 9. Februar 2018 behandelte der Aufsichtsrat den jeweils vom Abschlussprüfer mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschluss der Gesellschaft, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern sowie die Berichte des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats, die mit dem Corporate Governance Bericht zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung, den Vergütungsbericht, den Gewinnverwendungsvorschlag und den erstmals erstellten, mit einer Bescheinigung des Abschlussprüfers nach ISAE 3000 versehenen Nichtfinanziellen Bericht. Zur Vorbereitung standen den Aufsichtsratsmitgliedern umfangreiche Unterlagen zur Verfügung, unter anderem der Geschäftsbericht mit dem nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss, der zusammengefasste Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern sowie die mit dem Corporate Governance Bericht zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung, der Vergütungsbericht, der Nichtfinanzielle Bericht, der Jahresabschluss der Daimler AG, der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands, die Prüfungsberichte der KPMG für den Jahresabschluss der Daimler AG und den Konzernabschluss jeweils einschließlich des zusammengefassten Lageberichts sowie Entwürfe der Berichte des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses.

Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat haben diese Unterlagen eingehend behandelt und im Beisein des Abschlussprüfers, der über die Ergebnisse seiner Prüfung berichtete und für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung stand, intensiv erörtert. Nach dem abschließenden Ergebnis der ­Prüfung durch den Prüfungsausschuss und seiner eigenen Prüfung schloss sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an. Er stellte fest, dass Einwendungen nicht zu erheben waren, und billigte die vom Vorstand ­aufgestellten Abschlüsse und den zusammengefassten Lagebericht. Damit war der Jahresabschluss 2017 der Daimler AG festgestellt. Auf dieser Grundlage hat sich der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat den Bericht des Aufsichtsrats, die mit dem Corporate Governance Bericht zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung, den Vergütungsbericht und den Nichtfinanziellen Bericht sowie seine Beschlussvorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordentlichen Hauptversammlung 2018 verabschiedet.

Dank

Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Daimler-Konzerns und der Unternehmensleitung herzlich für ihren engagierten Beitrag zum sehr erfolgreichen Geschäftsjahr 2017.

Der Aufsichtsrat dankt ferner Dr. Bernd Bohr, der das Unternehmen durch sein engagiertes Wirken im Aufsichtsrat eng begleitet hat und zum 29. März 2017 ausgeschieden ist.

Der Aufsichtsrat dankt weiterhin Dr. Wolfgang Bernhard für seine erfolgreiche Arbeit in unserem Unternehmen.

Stuttgart, im Februar 2018

Der Aufsichtsrat

Dr. Manfred Bischoff
Vorsitzender

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