Geschäftsbericht 2017

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Nach Auffassung des Vorstands ist die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Geschäftsberichts weiterhin sehr zufriedenstellend. Wir haben unsere Strategie in den zurückliegenden Jahren mit Nachdruck und großer Zielstrebigkeit umgesetzt. Das hat uns auf einen stabilen und profitablen Wachstumspfad geführt, auf dem wir gerade auch im zurückliegenden Jahr große Fortschritte gemacht haben. Wir werden den eingeschlagenen Kurs fortsetzen, um dauerhaft wettbewerbsfähig und nachhaltig profitabel zu bleiben. Vor diesem Hintergrund wollen wir den grundlegenden Transformationsprozess der Automobilindustrie von der Spitze weg mitgestalten.

Dabei setzen wir auf vier strategische Handlungsfelder, die eng miteinander verbunden sind:

  1. CORE (globales Kerngeschäft stärken)
  2. CASE (in neuen Zukunftsfeldern führen)
  3. CULTURE (Unternehmenskultur anpassen)
  4. COMPANY (divisionale Struktur stärken)

Wir bauen unser Kerngeschäft weiter aus, um auf dieser Basis eine führende Rolle in den neuen CASE-Feldern zu übernehmen. CORE und CASE sind untrennbar miteinander verbunden und bedingen sich gegenseitig. Dazu brauchen wir eine Unternehmenskultur, die beide Felder stärkt und fördert. Um die Markt- und Kundenorientierung zu erhöhen und Kooperationen zu erleichtern, prüfen wir, ob wir unsere Geschäftsfelder noch eigenständiger aufstellen.

Auch im Jahr 2017 konnten wir unser Kerngeschäft weiter stärken: Umsatz, Absatz und auch das EBIT des Daimler-Konzerns sind jeweils deutlich gestiegen. Die von uns zu Jahresbeginn angekündigten Wachstumsziele wurden teilweise sogar übertroffen.

Im Berichtsjahr haben wir den Absatz auf insgesamt 3,3 (i. V. 3,0) Mio. Pkw und Nutzfahrzeuge gesteigert. Dabei konnten wir unsere Marktpositon im Kerngeschäft weltweit ausbauen. Dank zahlreicher neuer und erfolgreicher Produkte erzielten Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans erneut Absatzrekorde. Wie beständig unser Wachstumskurs ist, zeigt die Tatsache, dass der Dezember 2017 für Mercedes Benz Cars bei den Verkäufen an Endkunden der 58. Rekordmonat in Folge war. Auch die Geschäftsfelder Daimler Trucks und Daimler Buses konnten den Absatz deutlich steigern. Und vor allem aufgrund der positiven Ent­wicklung des Automobilgeschäfts und eines weiter steigenden Anteils der von Daimler verleasten oder finanzierten Fahrzeuge ist das Geschäftsfeld Daimler Financial Services im Berichtsjahr ebenfalls weiter gewachsen. Auch der Umsatz des Konzerns legte deutlich zu: um 7 % auf 164,3 Mrd. €. Bereingt um Wechselkurseffekte lag der Zuwachs sogar bei 8 %.

Das operative Ergebnis (EBIT) des Daimler-Konzerns lag mit 14,7 Mrd. € deutlich über dem Vorjahres­niveau (12,9 Mrd. €). Die Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars, Daimler Trucks und Daimler Financial Services konnten das EBIT jeweils deutlich steigern, Mercedes Benz Vans und Daimler Buses haben das hohe Vorjahresniveau behauptet. Im Automobilgeschäft insgesamt haben wir mit einer Umsatzrendite von 9 % den angestrebten Zielwert erreicht. Bei Daimler Financial Services hat die Eigenkapitalrendite mit 17,6 % das angestrebte Niveau von 17 % übertroffen.

Mit der günstigen Ergebnisentwicklung einhergehend haben wir das eingesetzte Kapital erneut sehr gut verzinst. Der Return on Net Assets lag bei 22,9 (i. V. 19,1) %; damit haben wir unseren Mindestverzinsungsanspruch für das eingesetzte Kapital von 8 % erneut sehr deutlich übertroffen. Dies zeigt sich auch im Value Added, der mit 7,2 (i. V. 5,2) Mrd. € deutlich höher als im Vorjahr war.

Aufgrund des weiterhin hohen Ergebnisniveaus sind unsere finanzwirtschaftlichen Kennziffern sehr solide: Dies bestätigten auch die Ratingagenturen in ihren Veröffentlichungen im Laufe des Jahres. Anfang Februar 2017 hat Moody’s das Langfrist­rating der Daimler AG von A3 auf A2 und das Kurzfristrating von P-2 auf P-1 angehoben. Auch die kanadische Ratingagentur DBRS hat das Langfristrating im November 2017 von A (low) auf A aufgewertet.

Die Eigenkapitalquote hat sich im Berichtsjahr auf 24,0 (i. V. 22,9) % im Konzern und 46,4 (i. V. 44,7) % im Industriegeschäft erhöht und liegt damit auf einem sehr soliden Niveau. Die Netto­liquidität des Industriegeschäfts verringerte sich zum Jahresende 2017 auf 16,6 (i. V. 19,7) Mrd. €. Dieser Rückgang ist nahezu vollständig auf eine außerordentliche Zuführung von 3 Mrd. € in das deutsche Pensionsvermögen der Daimler AG zurückzuführen. Im Wesentlichen aus demselben Grund ist auch der Free Cash Flow aus dem Industriegeschäft – die von uns verwendete Messgröße für die Finanzkraft – auf 2,0 (i. V. 3,9) Mrd. € zurückgegangen. Ohne diesen Effekt hätte der Free Cash Flow aus dem Industriegeschäft trotz deutlich höherer Vorleistungen für neue Produkte und Technologien mit 5,0 Mrd.  € sowohl das Vorjahresniveau als auch die Dividendenausschüttung im Jahr 2017 übertroffen.

An der weiterhin sehr günstigen Ergebnisentwicklung im Berichtsjahr wollen wir unsere Aktionäre in angemessener Form beteiligen. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 5. April 2018 vorschlagen, die Dividende auf 3,65 (i. V. 3,25) € pro Aktie zu erhöhen. Die Ausschüttungssumme steigt damit auf den neuen Rekordwert von 3,9 (i. V. 3,5) Mrd. €.

Auf der Basis unseres profitablen Kerngeschäfts, haben wir die Mittel für die Zukunftsvorsorge im Berichtsjahr von einem bereits sehr hohen Niveau ausgehend nochmals um insgesamt 2,0 Mrd. € auf 15,5 Mrd. € aufgestockt: 8,7 (i. V. 7,6) Mrd. € für Forschungs- und Entwicklungs­leistungen und 6,7 (i. V. 5,9) Mrd. € für Sachinvestitionen.

Diese umfangreichen Aufwendungen sind erforderlich, weil wir als Erfinder des Automobils die Mobilität der Zukunft federführend mitgestalten wollen. Hierzu konzentrieren wir uns verstärkt auf CASE – die vier strategischen Zukunftsfelder Vernetzung (Connected), autonomes Fahren (Autonomous), flexible Nutzung und Services (Shared & Services) sowie elektrische Antriebe (Electric). Wir wollen in jedem einzelnen Feld führend sein und zusätzliches Potenzial aus der Verknüpfung dieser Felder schöpfen.

Insbesondere im Bereich der Elektromobilität sehen wir große Wachstumschancen. Bis zum Jahr 2022 wollen wir über das gesamte Mercedes-Portfolio jedes Segment elektrifizieren. Unser Ziel ist es, dass wir unseren Kunden in jedem Segment mindestens eine elektrifizierte Alternative anbieten werden – vom Kompaktwagen bis zum großen SUV. Insgesamt planen wir mehr als 50 elektrifizierte Varianten. Darin enthalten sind mehr als zehn vollelektrische Fahrzeuge, die Plug-in-Hybrid-Varianten und die Modelle mit 48-Volt-Technologie. Unter der neuen Marke EQ, die für »Elektrische Intelligenz« steht, bieten wir den Kunden von Mercedes-Benz Cars sowohl Fahrzeuge als auch Services rund um die Elektromobilität an. Auch bei den Nutzfahrzeugen setzen wir auf Elektrifizierung. Beim FUSO eCanter, unserem ersten vollelektrischen Leicht-Lkw aus limitierter Serienproduktion, haben wir im Jahr 2017 mit der Übergabe an Kunden begonnen; die unlimitierte Großserienproduktion soll im Jahr 2019 starten. Das Konzeptfahrzeug Mercedes-Benz Elektro-Lkw zeigt, wie vollelektrischer Transport mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 26 t möglich ist. Elektroantriebe gibt es bald auch für Mercedes-Benz Transporter: Der eVito wird ab der zweiten Jahreshälfte 2018 lieferbar sein, der eSprinter soll in 2019 folgen. Auch Daimler Buses beabsichtigt im Jahr 2018 einen vollelektrischen Bus auf die Straße zu bringen.

Mit der modellgepflegten S-Klasse hat Mercedes-Benz einen weiteren Schritt auf dem Weg zum automatisierten Fahren vollzogen. So wurden unter anderem der Aktive Abstands-Assistent DISTRONIC und der Aktive Lenk-Assistent durch neue und modifizierte Funktionen erweitert. Auch Daimler Trucks nimmt im Bereich des autonomen Fahrens eine führende Position ein. Als Zwischenschritt gewinnen Platooning-Konzepte, die elektronischen Vernetzung von im Verbund fahrenden Lkw, an Bedeutung. Bereits im Jahr 2016 haben wir das System mehrfach unter realen Bedingungen in Europa erfolgreich eingesetzt, und ab dem Jahr 2018 wollen wir das Platooning auch bei Flottenkunden in den USA im Realbetrieb testen.

Daimler Financial Services ist mit seinen Mobilitätsdienstleistungen Pionier im Bereich Shared & Services. Im Berichtsjahr haben wir gezielt in den Ausbau dieser Geschäfte investiert, und wir streben hier weiteres Wachstum an. Die Gesamtzahl der registrierten Nutzer unserer Mobilitätsdienstleistungen ist zum Jahresende 2017 auf 17,8 Mio. gestiegen. Mit car2go ist Daimler das weltweit führende Unternehmen beim flexiblen Carsharing. Die Daimler-Tochter mytaxi ist Marktführer bei Taxi-Bestell-Apps in Europa, und mit moovel bieten wir unseren Kunden eine Plattform, mit der sie unterschiedliche Mobilitätsangebote optimal miteinander vergleichen, kombinieren, buchen und bezahlen können.

Damit wir den Wandel vom Automobilhersteller zum umfassenden Anbieter innovativer Mobilitätslösungen erfolgreich voll­ziehen können, müssen wir unser Unternehmen an die neuen Herausforderungen anpassen. Dabei verfolgen wir das Ziel, die Flexibilität und Risikokultur der digitalen Industrie mit der Perfektion und Innovationskraft unseres traditionsreichen Unternehmens zu verbinden. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickeln wir deshalb unter dem Dach von »Leadership 2020« eine neue und flexible Unternehmenskultur. Außerdem arbeiten wir im »Projekt Zukunft« daran, wie wir unsere Geschäftsfelder in rechtlich selbstständige Einheiten umwandeln können, um damit die divisionale Struktur von Daimler weiter zu fokussieren und zu stärken.

Mit den vier strategischen Handlungsfeldern CORE, CASE, CULTURE und COMPANY haben wir die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt. Vor diesem Hintergrund blicken wir mit großer Zuversicht auf die kommenden Jahre und setzen weiterhin auf profitables Wachstum.

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Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres 2017
Integrität, Compliance und Recht