Geschäftsbericht 2017

Stakeholder-Dialog

Wir suchen das Gespräch mit allen Anspruchsgruppen, um Sichtweisen und Erfahrungen auszutauschen, aber auch kontroverse Themen konstruktiv anzugehen. Ziel ist es stets, einen für beide Seiten gewinnbringenden Dialog zu führen.

Stakeholder sind für uns Personen und Organisationen, die rechtliche, finanzielle, ethische oder ökologische Erwartungen an Daimler stellen. Kriterium für deren Identifikation und Gewichtung ist, inwieweit eine Person oder Gruppe durch die Entscheidungen unseres Unternehmens beeinflusst wird oder umgekehrt diese Entscheidungen selbst beeinflussen kann. Unsere primären Stakeholder sind unsere Mitarbeiter, Kunden, Kreditgeber, Aktionäre sowie Zulieferer. Aber auch mit zivilgesellschaftlichen Gruppen wie Nichtregierungsorganisationen pflegen wir regelmäßig Kontakt. Gleiches gilt für Analysten, Verbände, Gewerkschaften, Medien, Wissenschaft und Politik sowie für die Kommunen, Anwohner und Nachbarn unserer Standorte.

Dialog auf Konzernebene

Zur Pflege unserer Stakeholder-Beziehungen haben wir für den gesamten Daimler-Konzern Verantwortlichkeiten, Kommunikationswege und Dialogformen definiert. Der institutionalisierte, proaktive Dialog mit unseren Stakeholdern wird vom Bereich Corporate Responsibility Management angestoßen und über unser Corporate Sustainability Board und das Corporate Sustainability Office koordiniert. Das zentrale Format unseres Stakeholder-Dialogs ist der Daimler Sustainability Dialogue, der seit 2008 einmal jährlich Stakeholder aus verschiedenen Bereichen mit Vertretern unseres Vorstandes und Managements in Stuttgart zusammenbringt. Im Mittelpunkt jedes Dialogs steht der Austausch in verschiedenen Themen-Workshops. Vertreter von Daimler nehmen die Anregungen der externen Teilnehmer auf, treiben gemeinsam mit den Stakeholdern im Laufe des Jahres die Umsetzung der vereinbarten Ziele voran und berichten auf der Folgeveranstaltung über die erreichten Fortschritte. Im Berichtsjahr haben wir den Daimler Sustainability Dialogue in Stuttgart bereits zum zehnten Mal durchgeführt.

Um lokale Herausforderungen zu diskutieren und international für Nachhaltigkeitsstandards einzutreten, organisieren wir den Daimler Sustainability Dialogue auch in anderen Ländern. Internationale Dialogveranstaltungen fanden bereits in China, Japan, den USA und Argentinien statt. Im Berichtsjahr tauschten sich externe Experten und Stakeholder bereits zum 5. Mal beim Daimler Sustainability Dialogue in Peking mit Daimler-Vertretern zu Schwerpunktthemen aus den Bereichen Umwelt, Wirtschaft, Mitarbeiter sowie Integrität und Recht aus.

Ein wichtiger Impulsgeber ist seit 2012 der Beirat für Integrität und Unternehmensverantwortung. Seine unabhängigen Mitglieder aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft begleiten den Integritäts- und Corporate Responsibility-Prozess bei Daimler kritisch und konstruktiv aus der Außenperspektive. Die Mitglieder des Beirats verfügen über große Erfahrung in ethischen sowie verkehrs- und umweltpolitischen Fragestellungen und bringen unterschiedliche Sichtweisen in die Diskussionen ein. In regelmäßigen Sitzungen tauscht sich der Beirat mit Mitgliedern des Vorstands und weiteren fachlich Verantwortlichen von Daimler aus. Im Berichtsjahr erfolgte zudem eine gemeinsame Sitzung mit Vorstand und Aufsichtsrat. In den Sitzungen des Beirats standen aktuelle Themen und Herausforderungen auf der Agenda, unter anderem ethische Aspekte des autonomen Fahrens, Methoden zur Messung von Integritätsfortschritten, die aktuelle Debatte um Emissionen, der Daimler-Ansatz zur Wahrung der Menschenrechte und die Entwicklung einer Führungskultur für das digitale Zeitalter.

Darüber hinaus nutzen wir für den Dialog mit unseren Stakeholdern Online- und Print-Medien, Expertengespräche, Workshops, lokale und regionale Dialogveranstaltungen sowie Stakeholder-Befragungen. So haben wir im Zuge der Validierung unserer neuen Nachhaltigkeitsstrategie 2030 im Berichtsjahr erneut eine umfangreiche Online-Befragung unserer Stakeholder durchgeführt, die die im Rahmen des Strategie­prozesses durchgeführte Priorisierung von Fokusthemen im Wesentlichen bestätigt hat. Unternehmensvertreter verschiedener Fachbereiche engagieren sich zudem in Verbänden, Gremien und Nachhaltigkeitsinitiativen wie beispielsweise der UN Global Compact oder econsense – Forum Nachhaltige Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Darüber hinaus veranstalten wir interdisziplinäre Fachtagungen, um aktiv in den Dialog mit verschiedenen Anspruchsgruppen zu treten – so zum Beispiel im Oktober 2017 die 2. Expertenkonferenz zu Ethik und Recht beim autonomen Fahren.

Darüber hinaus erhalten wir regelmäßig Anfragen von Stakeholdern zu diversen Nachhaltigkeitsthemen, die dezentral und direkt durch einzelne Fachbereiche und Geschäftseinheiten bearbeitet werden. So schaffen wir die Nähe zum operativen Geschäft und können fachliches Know-how ohne Umwege in den Dialog einfließen lassen. Um daraus zentrale, strategische Entscheidungen für unser Nachhaltigkeitsmanagement abzuleiten, wird über Stakeholder-Anfragen in regelmäßigen Sitzungen unseres Sustainability Board und Sustainability Office berichtet. Diese Gremien fungieren außerdem bei fachübergreifenden Themen als Koordinierungsstelle für den Dialog mit unseren Anspruchsgruppen.

Dialog auf kommunaler und regionaler Ebene

Auch mit Anspruchsgruppen an unseren Standorten stehen wir im Austausch. Ein Beispiel ist unser geplantes Prüf- und Technologiezentrum in Immendingen an der Donau. Von Anfang an haben wir hier das Gespräch mit den Menschen in der Region gesucht und ihre Anliegen einbezogen. Die Bürgerinnen und Bürger können sich zudem vor Ort im »Daimler Forum Immendingen« über den Stand des Projekts informieren.

Anlass- und projektbezogen greifen wir an unseren Standorten Fragen, Bedenken, Kritik und Anregungen von Anspruchsgruppen und Stakeholdern auf und stellen uns einem ergebnisoffenen Dialog. Zudem führen wir proaktiv Dialog- und Informationsveranstaltungen zu aktuellen Themen durch. Die Ergebnisse der Dialoge fließen in die weiteren unternehmerischen Entscheidungen und deren Umsetzung ein.

 

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